
Von Marion Selent-Witowski
Ostelsheim. Elli Petersen hofft wie viele andere in Ostelsheim, dass der einzige Lebensmittelladen im Ort doch noch erhalten werden kann. Wie berichtet, soll die "nah und gut"-Filiale zum Jahresende geschlossen werden, weil sie sich nicht mehr rechnet.
"Gerade wir Senioren sind auf diese Einkaufsmöglichkeit angewiesen. Wo ein Wille ist, muss es doch auch einen Weg geben", sagt die 76-jährige Seniorin und startete eine Unterschriftenaktion für den Erhalt des Geschäfts. Auch wenn wenig Aussicht auf Erfolg ihrer Aktion bestehe, könne man nicht tatenlos zusehen und müsse sich wehren, betont die Ostelsheimerin. Sie bedauert, dass die Senioren vor allem einen Ort der Kommunikation verlieren werden.
Das Lebensmittelgeschäft in Ostelsheim hatte Anfang der 90er-Jahre eröffnet. Damals noch als Coop-Laden. Von der heutigen Verbrauchergenossenschaft wurde es weitergeführt, als es später in einen "Neukauf" umfirmierte. Mit der Namensänderung zu "nah und gut" und einem kleineren Sortiment wurde versucht, den Laden zu sichern. Ohne Erfolg, denn offenbar kauft der Großteil der Ostelsheimer nach wie vor lieber auswärts ein.
Viele Strohhalme, an die sie sich klammern können, haben auch Gemeinderat und Verwaltung nicht mehr. Bürgermeister Jürgen Fuchs hat Kontakt zu Ketten wie Netto, Penny oder CAP-Markt aufgenommen und sich tief in die Materie von Ladenverkaufsflächen und Umsatzberechnungen eingearbeitet: "Ich weiß jetzt sehr viel darüber, geholfen hat es aber ansonsten nichts". Die großen Märkte und auch ein Händler aus der Umgebung haben abgewunken, weil die zu erwartenden Umsätze viel zu gering seien. "Jetzt können wir nur noch auf einen jungen, dynamischen Lebensmittelhändler hoffen", sagte Fuchs im Gespräch mit dieser Zeitung und fügte etwas resigniert hinzu: "2011 ist in Ostelsheim alles gut gelaufen, die Schließung des Lebensmittelmarkts verhagelt uns die ganze Jahresbilanz". Für 2012 gibt es nur einen winzigen Lichtblick: Der rollende Laden, der regelmäßig in Gechingen unterwegs ist, wird ab Januar auch Halt in Ostelsheim machen. Die große Lücke in der Nahversorgung wird dieser aber nicht schließen können.