
Ostelsheim - Zwei süße, kleine Lämmchen im Alter von wenigen Tagen hatten in Ostelsheim gleich doppeltes Pech: Sie wurden als Zwillinge im harten Winter geboren und ihre Mutter hat keine Milch für sie.
Zum Glück geschah dieses Malheur bei dem erfahrenen Schafhalter Thorsten Kühlmann, der seit Jahren bis zu 100 Tiere hält und viel Erfahrung dabei gesammelt hat. Um seine beiden Unglückslämmer kann sich Kühlmann jedoch kaum kümmern, da er seinem Beruf nachgehen muss. Also hat er die Pflege der beiden kleinen Geschwister sehr zur Freude der neunjährigen Lena seiner Ehefrau Claudia Kühlmann-Kienzle überlassen. Denn Lämmer, die keine Muttermilch bekommen, werden von der Mutter getrennt und separat betreut.
Die neunjährige Lena freut sich darüber, dass die Kleinen im Untergeschoss des Hauses untergebracht sind und ist oft dabei, wenn ihre Mutter die Tiere versorgt. Zum Glück ist Kühlmann-Kienzle im Umgang mit Schafen vertraut, einer ihrer Vorfahren war Schäfer von Beruf. Die junge Frau hat einen Sack mit Aufbaunahrung, einem speziellem Milchpulver in der Nähe der flauschigen Kleinen stehen und bereitet ihnen regelmäßig ihre »Schoppen«. „Dazu muss ich auch nachts aufstehen und den Schäfchen die Flasche geben«, berichtet sie. Aber das hat die vierfache Mutter bisher gerne getan, denn sie sieht den Erfolg. Die Schäfchen gedeihen auch bei ihren beiden Ersatzmüttern prächtig.
Aber haben die kleinen Lämmchen ohne Muttermilch überhaupt eine Überlebenschance? Vor allem die Biestmilch, die erste gelbe, dick- flüssige Milch eines Mutterschafes, hat lebenswichtige Antikörper gegen verschiedene Schafkrankheiten. Doch für solche Fälle haben die Kühlmanns vorgesorgt. »Wir haben Muttermilch von anderen Schafen für Fälle wie diesen eingefroren und können sie den Kleinen geben«, berichtet die Mutter während Lena die kleinen Tiere vorsichtig streichelt.
Drei Monate lang wird das mit der liebevollen Hauspflege der beiden Lämmer wohl noch dauern – dagegen hat Lena ganz und gar nichts einzuwenden.