Ortenau - Die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Handwerkskammer sind zufrieden mit dem Verlauf des vergangenen Jahres. Auch für 2013 sind die Kammer-Chefs optimistisch. "Mit viel Schwung sind wir aus dem vergangenen Jahr heraus. Insgesamt ist die Geschäftslage in der Ortenau hervorragend", sagt der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südlicher Oberrhein, Andreas Kempf, über die Wirtschaftslage der Region.

Im vergangenen Jahr habe das Wachstum in der Region bei 1,4 Prozent gelegen, bilanziert Kempf: "Wir stehen damit etwas überm bundesweiten Schnitt." Lägen die Wachstumsprognosen für ganz Deutschland für 2013 bei einem Plus von 0,7 Prozent, so gehe man im Gebiet der IHK von einem Wachstum "von knapp unter einem Prozent" aus, so der Geschäftsführer.

Im nördlichen Bereich – also dem Ortenaukreis – sieht Kempf die Lage etwas positiver als im südlichen: "Wir haben gewisse Unsicherheiten durch die Krise in den südeuropäischen Ländern", räumt Kempf ein. Das liege daran, dass die Industrie in der Region stark auf den Export ausgerichtet sei. Unsicherheiten oder auch Einbrüche bei den Exporten ins südliche Europa könnten die Unternehmen aber dadurch kompensieren, dass auch in andere Teile der Welt verkauft werde.

"Die Auftragseingänge werden kurzfristiger", heißt es aus den Industrie-Unternehmen. Aber insgesamt hätten die Firmen zum Jahresende eine Auslastung von 87 Prozent gemeldet. "Unterm Jahr war diese etwas höher", sagt Kempf.

Nicht ganz so rosig sieht er die Lage bei dem der IHK angeschlossenen Baugewerbe. Die Tiefbaufirmen, deren Geschäft die Infrastruktur ist, "hängt stark am staatlichen Tropf". Da laufe derzeit wenig. "Auch beim Hochbau sehen wir nicht so richtig Impulse", bemängelt Kempf. Verhalten sei auch der Wohnungsbau im ländlicheren Raum. Die größeren Kreisstädte in der Ortenau klammert Kempf dabei jedoch aus.

Was das Thema Konjunktur betreffe, wagt er allerdings keine Prognose. Die Frage sei, ob die Verunsicherung zunehme oder nicht. Wenn jetzt Steuererhöhungsdiskussionen kämen, sei dies wenig hilfreich, meint er.

Der Präsident der Handwerkskammer (HWK) Freiburg, Paul Baier, zieht fürs zurückliegende Jahr ebenfalls eine positive Bilanz: "Das Jahr nahm eine überwiegend gute Entwicklung", sagte er auf Anfrage unserer Zeitung.

Die Zuwächse bei den Kammerbetrieben beziffert Baier zwischen 0,3 und 0,5 Prozent. Eine gute Entwicklung, da es bundesweit betrachtet Einbrüche mit einem Minus von 2,5 Prozent gegeben habe. Für dieses Jahr geht er wieder von einem Zuwachs von 0,3 bis 0,5 Prozent aus. "Mehr Verhaltenheit" gebe es in der Automobilbranche, erklärt der Präsident.

Insgesamt könnte es bei den Betrieben besser gehen: "Was uns weiterhelfen würde, wäre, wenn die Politik bei der Energiewende zu Entscheidungen kommen könnte", so Baier weiter. Wenn man die Energiewende schaffen wolle, müsse man vor allem an die Energieeinsparung, also auch an die energetische Sanierung von Häusern, gehen. Hier würden die Kammern schon länger ein Abschreibungsmodell anstelle der Zuschüsse vorschlagen. Bisher habe sich die Politik dahingehend jedoch noch nicht einigen können. "Bund und Länder müssen sich zusammenraufen", mahnt er.