Ortenau Kathrin Neumaiers Traum platzt
Schwarzwälder-Bote, 26.06.2012 02:00 Uhr
Nit dem Schlussgong riss die Mühlenbacherin Katrin Neumaier (links) bei der EM ihren Auftaktkampf noch herum Foto: BauerFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Werner Bauer Kathrin Neumaier vom Heimatverein VfK Mühlenbach konnte sich ihren Traum von einer Medaille nicht erfüllen. Bei der Junioren-Europameisterschaft in Zagreb, Kroatien wurde sie nach großem Kampf Zehnte. Dass sie letztendlich bei diesen EM-Titelkämpfen unter Wert geschlagen wurde, das bescheinigten ihr auch DRB-Präsident Manfred Werner sowie Frauen-Bundestrainer Jörg Helmdach.
Lange Zeit keimte bei Kathrin Neumaier (59 kg) Hoffnung auf einen Kampf um das begehrte Edelmetall. Die Ausnahme-Ringerin aus dem Freiburger Leistungszentrum bezwang zunächst die Norwegerin Caroline Lovik in 2:1 Runden. Nach souveränem 4:0 im ersten Kampfabschnitt, wo Neumaier mit herrlichen Beinangriffen glänzte musste sie Durchgang zwei in Führung liegend aufgrund der Regel "letzte Wertung" an Lovik abgeben. Es schien, als würde die Norwegerin auch noch den dritten und entscheidenden Kampfabschnitt mit 1:1 gewinnen, doch dann riss Kathrin Neumaier mit einem weiteren Einser den Sieg mit dem Schlussgong noch aus dem Feuer.
In Runde zwei traf die Mühlenbacherin auf die stärkste aller Gegnerinnen, die Bulgarin Mimi Hristova, die am Ende auch den EM-Titel holte. Die Stärke der Gold-Favoritin ist die Defensive, das wussten Helmdach und auch Neumaier. Da die Freiburger Eliteschülerin des Sports 2011 auch keine Wertung der Bulgarin zuließ, musste der Zwiegriff beim Stand von 0:0 die Entscheidung des ersten Kampfabschnitts bringen. Hier machte die Bulgarin das wahrlich glückliche 1:0. Im zweiten Kampfabschnitt gelang dann Kathrin Neumaier das 1:0. Alles oder nichts hieß es nun für Hristova, die durch einen Konter den Ausgleich zum 1:1 schaffte. Dank der zuletzt erzielten Punktwertung siegte die Bulgarin hauchdünn nach einem großen Kampf von Neumaier.
Übrigens: Es war der engste Fight der Bulgarin auf ihrem Weg zu Gold. Und weil Mimi Hristova das Finale erreichte, durfte Kathrin Neumaier in der Hoffnungsrunde weiter kämpfen, wo sie dann aber in 0:2 Runden – jeweils 0:1 – an Lisa Holgersson (Schweden) scheiterte und ausschied. Holgersson holte sich anschließend Bronze, womit die Stärke des Pools von Kathrin Neumaier eindeutig wird. 16 Athletinnen hatten für die Gewichtsklasse 59 kg gemeldet.
Im anderen Pool wäre es für die Mühlenbacherin wahrscheinlich leichter gewesen, doch darüber ärgert sie sich nicht, weil sie mit der Europameisterin auf Augenhöhe gerungen hat. Im nächsten Jahr darf Kathrin Neumaier nochmals bei der Junioren-EM starten. Darüber freut sie sich und hofft nun auf die Junioren-Weltmeisterschaft.



