Im Kinzigtal grassiert wieder das Derby-Fieber. Der KSV Hofstetten empfängt am morgigen Samstag in der Gemeindehalle den Nachbarn VfK Mühlenbach. Kampfbeginn ist um 20 Uhr. Der Lokalklassiker dürfte den Gastgebern ziemlich ungelegen kommen. Schließlich ist es nicht so einfach, den großen Rückschlag im Kampf um den Oberligatitel moralisch innerhalb einer Woche zu verarbeiten.

So ungern es der KSV und dessen Anhang hören mag, es gibt auch eine gute Nachricht: Wenn nicht noch ein kleines Wunder passiert und die Adelhausener bei irgend einem anderen Gegner stolpern, wird es das prestigeträchtige Kinzigtal-Derby zwischen Hofstetten und Mühlenbach auch im nächsten Jahr wieder zweimal geben.

Die angeschlagene Moral des KSV Hofstetten kommt der Gästestaffel gerade recht. Zwar sind die Mühlenbacher nach dem jüngsten 27:12 Sieg gegen den StTV Singen dem Klassenerhalt ein ganzes Stück näher gekommen, in trockenen Tüchern ist er aber noch nicht. Gegenüber dem Vorkampf, bei dem die Gäste mit 6:34 eine bittere Lektion erteilt bekamen, kann VfK-Trainer Patrick Schwendemann nicht zuletzt durch sein eigenes Mitwirken eine deutlich schlagkräftigere Mannschaft ins Rennen schicken. Andererseits will der KSV Hofstetten die Flinte nicht vorzeitig ins Korn werfen und auf jeden Fall an dem potentiellen Meister dran bleiben. Somit kehrt in das Derby wieder jene knisternde Spannung zurück, die im Vorkampf aufgrund des zu unterschiedlichen Leistungsniveaus nahezu gänzlich gefehlt hat. Während Mühlenbach im Hinkampf durch Simon Volk den einzigen Sieg holte, der dann auch noch kampflos zustande kam, so könnte es diesmal durch Patrick Schwendemann, Nicolae Ghita, Franz Vollmer und Simon Volk immerhin deren vier geben.

Dies würde zwar für einen Überraschungssieg noch nicht reichen, aber Unvorhergesehenes kann immer passieren, wie ja die Schulterniederlage von Marco Müller letzter Woche zeigte. Entscheidend für den Ausgang des Kampfes dürfte sein, welches Trainergespann die taktisch bessere Finte aus dem Hut zaubert. In dieser Angelegenheit dürften Mario Allgaier und Hermann Krämer aufgrund ihres Kaders die besseren Möglichkeiten besitzen, weshalb den Gastgebern die Favoritenrolle aufgebürdet wird.