
Von Stefan Lauterbach TV Wolfach – HTV Meißenheim. Gipfeltreffen in Wolfach – wer hätte das vor der Runde gedacht? Von so einem Lauf der Kinzigtäler war aufgrund der Personalsituation vor der Saison sicher nicht auszugehen.
Anders beim nächsten Gast in der Wolfacher Sporthalle. Der HTV Meißenheim hat ganz klar den Aufstieg und die Meisterschaft als angestrebtes Saisonziel ausgegeben, und dieses durch die Rückkehr von Christoph Baumann vom TV Willstätt sogar noch untermauert.
Umso überraschender war somit auch das Ergebnis im Hinspiel. Wolfach ging als klarer Außenseiter in die Begegnung, und lange sah es auch nach der erwarteten Niederlage aus. Dann aber folgten die wohl besten zehn Minuten, die der TVW in der gesamten Runde abgeliefert hat. Filip Duda wuchs im TVW-Tor über sich hinaus, und vorne traf man einfach alles.
Aus einem 21:24-Rückstand machte die Storz-Sieben noch einen umjubelten 28:26-Auswärtssieg. Dieser Stachel sitzt mit Sicherheit tief bei der Mannschaft von Karlheinz Wolpert, der sein Amt nach der Saison unabhängig von deren Ausgang zur Verfügung stellt. Schon in der letzten Saison zeigten die Gäste aus dem Ried, dass ihnen Heimniederlagen gegen Wolfach nicht gefallen. Auch da konnte der TVW das Hinspiel deutlich gewinnen, wurde dann aber im Heimspiel regelrecht vorgeführt. In dieser Saison dürften die Wolfacher genügend Selbstvertrauen getankt haben, damit das nicht noch einmal passiert.
Elf Siege in Folge sprechen dahingehend ihre eigene Sprache. Meißenheim war Wolfach ab dieser Niederlage im Hinspiel ständig dicht auf den Fersen und konnte die Tabellenführung auch teilweise selbst übernehmen – gelegentlich hingen Platz eins und zwei bei Punktgleichheit nur von einem Tor Unterschied ab. Erst letzte Woche konnte Wolfach von einem weiteren Patzer der Gäste profitieren.
Durch ein Unentschieden in Kehl ist der TVW mit einem Punkt Vorsprung wieder alleiniger Tabellenführer. Diesen Vorsprung will TVW-Coach Jürgen Storz am Samstag unbedingt ausbauen, ist sich aber der Schwierigkeit dieses Unterfangens bewusst.
Wenn alles normal läuft, hat Meißenheim wie schon im Hinspiel die besseren Alternativen und Siegchancen, zumal Staiger beim TVW immer noch angeschlagen ist, sowie Weißer und Lauterbach verletzt fehlen. Der TVW hat dem HTV trotz der schrumpfenden Personaldecke ein sehr homogenes und eingespieltes Team mit viel Selbstvertrauen entgegenzusetzen, das schon mehrfach vermeintliche Favoriten über den Kampf und mannschaftliche Geschlossenheit schlagen konnte.
Ein Vorteil für die Heimmannschaft dürfte auch sein, dass den TVW eigentlich niemand in dieser Position erwartet hätte, wohingegen in Meißenheim die Meisterschaft von Anfang an angepeilt war. Mit starken Einzelspielern wie unter anderen Christoph Baumann, Martin Geppert und Timo Häß, sowie mit Daniel Velz wohl einem der besten Torhüter der Liga, sind diese Ansprüche auch gerechtfertigt.
Nur mit unbändigem Siegeswillen und einer starken Mannschaftsleistung kann der TVW dagegen ankommen, darf aber keinesfalls verkrampfen, wenn es mal nicht so gut läuft. Einmal ist dies schon gelungen, vielleicht klappt das mit Hilfe der hoffentlich aus allen Nähten platzenden Halle noch einmal. Egal wie diese Partie ausgeht, in dieser ausgeglichenen Liga wird das Ergebnis so früh in der Rückrunde sicher noch keine Vorentscheidung sein. Dazu sind die restlichen Verfolger viel zu sehr auf Augenhöhe und können dem Spitzentrio Wolfach, Meißenheim und Steinbach stets die Punkte streitig machen. Anpfiff am Samstag ist um 20 Uhr in der Wolfacher Sporthalle.