Ortenau Auf und neben dem Platz wird es heiß, wenn der FC St. Pauli kommt
Schwarzwälder-Bote, 16.08.2012 15:00 Uhr
Der Offenburger FV (links Christian Seger, gegen Freiburgs Johammes Flum) hat es schon das eine oder andere Mal mit Profiteams zu tun bekommen. Doch das DFB-Pokalspiel gegen St. Pauli morgen Nachmittag ist kein Testspiel. Foto: P. HeckFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Jürgen Neff und Frank Seyen DFB-Pokal, 1. Hauptrunde: Offenburger FV – FC St. Pauli (Samstag, 15.30 Uhr). Der Rahmen passt für den Fußball-Oberligisten Offenburger FV kann das Spiel des Jahres beginnen.Das Karl-Heitz-Stadion ist mit 10 000 Zuschauern ausverkauft.
Die Kultkicker vom Kiez standen jedoch stets im Schatten des mächtigen Hamburger SV. Nach dem spektakulären Aufstieg in die erste Bundesliga 1977 musste der FC St. Pauli immer wieder sportliche und finanzielle Rückschläge verkraften und bekam das Image einer Fahrstuhlmannschaft. Zwischenzeitlich hat sich der Verein modernen Strukturen unterworfen und kämpft unter der Regie von Trainer André Schubert um den Wiederaufstieg in die erste Bundesliga.
Dass der Oberligist Offenburger FV morgen als krasser Außenseiter ins Rennen geht, steht außer Frage. Aufgrund der vorhergesagten hochsommerlichen Außentemperaturen von mehr als 33 Grad am Samstagnachmittag werden sowohl die Hamburger als auch die OFV-Amateure über 90 Minuten an ihre physische Leistungsgrenze gehen.
"Der Fokus von uns allen ist nur noch auf das kommende Pokalspiel gerichtet. Im Tagesgespräch innerhalb der Mannschaft steht ganz klar der FC St. Pauli im Mittelpunkt. Wir alle sind sehr angespannt, freuen uns auf das Spiel. Die gesamten Umstände, die Kameras und die vielen Zuschauer werden bei unserer Mannschaft einen Leistungsschub bewirken, so dass wir ein gutes Spiel abliefern werden", sagt Adrian Vollmer, Mannschaftskapitän des Offenburger FV.
Das OFV-Aufsichtsratsmitglied und langjähriger Bundesligaspieler Bernd Schmider sagt: "Ich erwarte, dass sich unsere Mannschaft morgen positiv präsentiert, ohne Angst mutig und frech aufspielt, so dass die Zuschauer voll auf ihre Kosten kommen."
Vorfreude herrscht auch beim Offenburger Präsidenten Uwe Hoffmann: "Alle freuen sich auf das DFB-Pokalspiel und die Emotionen sind sehr groß. Obwohl wir keine Profis sind, haben wir von der Vereinsseite her alle Hürden organisatorisch gemeistert. Vielleicht können wir auf einen erfolgreichen Samstagnachmittag zusteuern und sportlich für eine Überraschung sorgen."
Dass der Favorit FC St. Pauli die erste Pokalrunde gegen den Amateurverein aus der Ortenau nicht auf die leichte Schulter nimmt, zeigt die Tatsache, dass beim ersten Pflichtspiel des Offenburger FV gegen den SGV Freiberg am vergangenen Wochenende Thomas Meggle als Spielbeobachter des FC St. Pauli im Karl-Heitz-Stadion weilte.
"Wir gehen als krasser Außenseiter in dieses Pokalspiel und werden versuchen, so lange wie möglich zu Null zu spielen. Der OFV hat in der Vergangenheit mehrfach Erfahrung mit großen Mannschaften wie Borussia Dortmund, VfB Stuttgart, Mainz und SC Freiburg sammeln können und hat sich immer mit guten Leistungen aus der Affäre gezogen. Keinesfalls werden wir das Spiel schon im Vorfeld verloren geben", so die Einschätzung von OFV-Co-Trainer Sven Wahle.
Doch wie geht man eine Partie gegen ein Profiteam an? Vollmer verrät: "Wir werden versuchen, kompakt zu stehen und möglichst lange in Ballbesitz zu bleiben, um unnötigen Laufwege bei den hohen Außentemperaturen zu vermeiden. Wir werden sicherlich physisch und psychisch an unsere Leistungsgrenzen gehen, viel trinken und angestachelt durch die vielen Zuschauer ohne Ende rennen."
Bei den Jungs vom Millerntor, das berichtet die Hamburger Morgenpost, dürfte Mahir Saglik (29) eine Chance erhalten. Zum einen, so das Blatt, könnte Youngster Lennart Thy (20) eine kleine Pause brauchen. Zum anderen gab's nach dem Kurz-Einsatz gegen Ingolstadt ein dickes Kompliment von Schubert: "Er hatte gute Szenen."



