
Von Niels Seehase Steinach. Andernorts hatte das Projekt "Barrierefreies Leitsystem" ohne große Diskussion die Gremien passiert. Nicht so in Steinach: Dort hat der Gemeinderat die Entscheidung über eine Beteiligung vertagt.Als Erste hatte Irmgard Spitz (CDU) ihre Vorbehalte angemeldet. "Ich tue mich schwer damit", sagte die Gemeinderätin. Angesichts der schwierigen finanziellen Lage der Gemeinde seien momentan andere Aufgaben wichtiger als ein neues Wegeleitsystem, machte sie deutlich. Andere Mitglieder des Gemeinderates sehen vor der Abstimmung über eine Beteiligung an dem Leader-Projekt Klärungsbedarf. Bernd Schwendemann (Freie Wähler) wies auf die fehlende, genaue Kostenkalkulation hin. Und Andrea Bengel-Flach (Freie Wähler) fragte nach den Aufwendungen für das Fachbüro, das mit der Planung des Leitsystems beauftragt werden soll.
Hier musste Steinachs Bürgermeister Frank Edelmann (CDU) passen. Zuvor hatte er noch betont, dass eine Beteiligung Steinachs an dem Projekt trotz eines Fördersatzes von bis zu 75 Prozent sicher "nicht billig" werde. In der Begründung zum Beschlussantrag ist von einer Summe zwischen 10 000 und 15 000 Euro die Rede – "nach einer groben Schätzung". Die Wertigkeit für die Gemeinde sei aber hoch, da die neuen Hinweisschilder "Struktur in den Ort" brächten. Das derzeitige Wegeleitsystem in Steinach und Welschensteinach sei nicht optimal.
Abhilfe soll die neue Beschilderung im Rahmen des Leader-Projekts bringen. Sie baut auf das Konzept "Schwarzwald barrierefrei" auf. Nach Hornberger Vorbild sollen Schilder in verschiedenen Farben und mit speziellen Piktogrammen Einheimische und Gäste zum gewünschten Ziel führen. Die Gemeinden Sasbachwalden, Fischerbach, Haslach, Hardt, Villingendorf, Oberwolfach und Mühlenbach sind als Teilnehmer im Gespräch – und Steinach. Vorher muss der Gemeinderat aber noch grünes Licht für eine Beteiligung geben.