Von Lars Reutter Raumschaft Haslach. Gute und schlechte Nachrichten gab es am Donnerstag bei der Sitzung des Zweckverbands Hochwasserschutz Raumschaft Haslach zu vermelden. Der Nikolaus kam auch vorbei und wünschte sich und allen Bürgern der Raumschaft, dass die Kinzig nicht mehr über ihre Ufer treten wird. Die gute Nachricht, die Joachim Corbe vom Planungsbüro Wald und Corbe in der Sitzung bekannt gab, lautet, dass die Arbeiten an den Hochwasserrückhaltebecken "Haslach-Ost" und Hofstetten, die jeweils im Juni diesen Jahres begonnen hatten, voll im Plan liegen. "Die Firmen leisten klasse Arbeit", lobte der Ingenieur und fügte an, dass "hier schon Bundesliga gespielt werde". Wenn das Wetter mitspiele und auch sonst nichts außerplanmäßiges dazwischenkomme, seien beide Becken bis Ende kommenden Jahres betriebsbereit. "Wenn es fertig ist, sehen sie aus wie Kathedralen", sagte Corbe. In beiden Fällen sei jetzt schon über eine Million Euro verbaut worden.

Die schlechte Botschaft von Corbe lautete, dass das Hochwasserrückhaltebecken Haslach-West, für das noch in diesem Jahr der Planfeststellungsbescheid eingehen könne, voraussichtlich um rund 900 000 Euro teurer werden könnte als dies noch 2010 angenommen wurde. Bei der neuen Kostenschätzung nahm er die Ergebnisse der Ausschreibung der beiden anderen Becken als Grundlage. Wobei nicht vom günstigsten Bieter ausgegangen wurde, sondern mittlere Preise der ersten beiden Bieter angesetzt wurden.

Die höchsten Mehrkosten fallen dabei beim Erd- und Stahlbetonbau mit rund 425 000 Euro an. Wobei Corbe betonte, dass die genauen Kosten erst nach der Ausschreibung feststehen. Zudem fallen laut Sitzungvorlage auch 115 000 Euro für den Grunderwerb für die Bereitstellung ökologischer Ausgleichsflächen deutlich ins Gewicht. Immerhin hat das Regierungspräsidium Freiburg schon mündlich zugesichert, dass die Kosten mit 70 Prozent bezuschusst werden.

Ferner erläuterte Corbe auch mögliche begleitende Maßnahmen zum Hochwasserschutz wie beispielsweise Tieferlegung, Aufweitung oder Verwallung oder Uferbefestigung. Allerdings müssten die möglichen Maßnahmen, für die die Berechnungen noch nicht abgeschlossen seien, noch mit dem Stadtbauamt abzuklären.

Die Planung sei auch daher nicht einfach, da jede Maßnahme Folgewirkungen habe. Das heißt, wenn beispielsweise durch eine Absenkung das Neubaugebiet Brühl für ein 100-jähriges Hochwasser fit gemacht werde, könnte dies zu einer Ausuferung in der Schillerstraße führen. Dies könnte dann wiederum für diese Stelle weitere Maßnahmen erfordern.

Steinachs Bürgermeister Frank Edelmann erkundigte sich beim Planer, wie es um Maßnahmen in seiner Gemeinde bestellt sei. Die Antwort von Corbe fiel wie erwartet aus, erst müsse die Veröffentlichung der Hochwassergefahrenkarte abgewartet werden. Erst danach könne eine Wirtschaftlichkeitsprüfung erstellt und weitere Schritte eingeleitet werden. Die Karten könnten im nächsten Jahr vorliegen, aber diese Hoffnung hätte man schon oft gehabt, wollte der Planer weder falsche Hoffnungen machen, noch den Fall als hoffnungslos darstellen. Edelmann machte dann nochmals deutlich, dass der Gemeinde bis zur Herausgabe der Karte gebunden sei, da ohne diese keine Fördermittel zu bekommen sei. Dem stimmte Corbe ausdrücklich zu. In dem von Verbandsrechnerin Gisela Ringwald vorgetragenen Wirtschaftsplan für 2013, in dem auch die zurückliegenden und folgenden Jahre aufgeführt sind, sind für Steinach für 2014 vorsorglich schon Planungskosten eingestellt.

u Einnahmen und Ausgaben: rund 6, 495 Millionen Euro.

u Zuschüsse: rund 4,548 Millionen Euro

u Vorgesehene Kreditaufnahme für Investitionen: rund 740 000 Euro.

u  Verpflichtungsermächtigungen: rund 3,510 Millionen Euro.

u Umlagen: rund 1,207 Millionen Euro.

u Kassenkredite: eine Million Euro.

u Hochwasserrückhaltebecken (HRH) Haslach Ost (bis 2014): 4,920 Millionen Euro.

u HRH Haslach West (bis 2015): 3,9 Millionen Euro.

u Lokale Hochwasserschutzmaßnahmen (LHM) in Haslach (bis 2015): eine Million Euro.

u  LHM in Bollenbach (bis 2016): 750 000 Euro

u HRH Hofstetten (bis 2014): 3,720 Millionen Euro.

u LHM in Hofstetten (bis 2014): 583 000 Euro.

u HRH Steinach (ab 2014): 4,010 Millionen Euro.