Von Frank Schrader Oberwolfach. Zu einem musikalischen Höhepunkt aus Anlass des 250-jährigen Bestehens der Pfarrkirche St. Bartholomäus in Oberwolfach geriet das Konzert von Karl Echle an der Orgel – begleitet von den Trompetern Christian Pöndl und Daniel Wolkober.

Mit großem gravitätischem Schwung eröffneten die drei Musiker ihr Programm mit der Sinfonie aus Georg Friedrich Händels Oratorium "Solomon". Die Trompeten dominierten den Satz mit ihrem hellen Klang, während sich die Orgel meist dezent im Hintergrund hielt. Im dreisätzigen Konzert für zwei Trompeten und Orgel von Francesco Manfredini fehlte ein wenig die richtige dynamische Balance zwischen dem lauten Spiel der beiden Bläser und den leiseren Orgeltönen.

Mit feinen Nuancierungen zauberte Echle solistisch das Concerto in G-Dur des 17-jährigen Prinzen Johann Ernst von Sachsen-Weimar in einer Bearbeitung seines Musiklehrers Johann Sebastian Bach in den barocken Kirchenraum. Insbesondere in den leisen Passagen zeigte sich Echles spielerische Meisterschaft. Er verdeutlichte durch eine gut abgestimmte Registrierung exzellent das Wechselspiel zwischen den Soli- und Tuttipassagen des Konzerts. Es folgten zwei Stücke für je eine Trompete und Orgel. Pöndl spielte Enrico Pasinis "Cantabile" mit großem Einfühlungsvermögen. Auch Wolkober überzeugte mit dem "Prayer of Saint Gregory" von Alan Hovhanness.

Ein musikalisches Kleinod präsentierte Echle mit der Orgelsonate C-Dur des aus Biberach an der Riss stammenden Komponisten Justin Heinrich Knecht, die von fast mozartscher Leichtigkeit und Spielfreude geprägt ist. Nach dem Pachelbelschen Kanon, dem unverwüstlichen Dauerbrenner barocker Satzkunst, spielte Echle mit vollem Orgelwerk die von französischer Klangpracht geprägte "Suite Gothique" von Léon Boëllmann. Mit dem "Concertino Classico" für zwei Trompeten und Orgel von Joseph Horovitz zeigten die drei Musiker zum Schluss nochmals ihre große Klasse. Das zahlreiche Publikum dankte ihnen mit großem Applaus.