Oberwolfach System soll vor Unkosten schützen

Hans-Gottfried Haas, 21.12.2012 11:00 Uhr
 

Oberwolfach - Die Gesellschaft für Straßenanalyse (GSA) aus Kaiserslautern hat im Oberwolfacher Gemeinderat vorgestellt, wie sie das Straßennetz der Gemeinde erfassen kann. Nicht alle Fragen der Räte konnten dabei beantwortet werden

Die GSA ist der international führende Anbieter für das Unterhaltungsmanagement von Straßennetzen. Vor den Oberwolfacher Räten warb Franz Heinrich Fippinger für die Erfassungs-Methode seiner Firma. Er berichtete, dass das Unternehmen über jahrzehntelange Erfahrung verfüge. Die Methode nenne sich Pavement Management System. Dabei würden sämtliche Gemeindestraßen zunächst einmal erfasst und dann auf Schäden untersucht. Ebenfalls ermittelt werde der jeweilige Sanierungsbedarf.

Die erfassten Daten würden dann zentral in einem Dossier gespeichert. Am Ende habe man einen klaren Überblick, wie die Mittel für die Sanierung der Straßen effektiv eingesetzt werden können. Fippinger betonte, dass mit dieser Methode eine klare Prioritätenliste erstellt werden kann. "In der Vergangenheit wurde zu oft zu lange gewartet. Die Kosten sind so teils beträchtlich ausgeufert."

Die GSA verfüge über modernste Messgeräte, um die Beschaffenheit und Belastbarkeit des Belags samt des Unterbaus zu prüfen, so Fippinger. Zudem könne die ideale Belagsart und –stärke für die zu erwartende Belastung errechnet werden. "So kann für jede Straße der ideale Zeitpunkt und die beste Methode für die Sanierungsmaßnahme ermittelt werden", sagte Fippinger. Das wiederum schaffe eine gute Grundlage für das Planen im Haushalt und die Ausschreibung von Straßenreparaturen.

Für das Erfassen des rund 50 Kilometer langen Straßennetzes in Oberwolfach könne auf viele Daten aufgebaut werden. Zum Beispiel auf die Luftaufnahmen, die im Zusammenhang mit der Abwassererfassung gemacht wurden. Um die Datenbank auf dem Laufenden zu halten, sollten im Jahresrhythmus zehn bis zwanzig Prozent der Straßen neu erfasst werden, sagte Fippinger.

Kämmerer Thomas Springmann betonte, dass man um eine detaillierte Erfassung nicht herumkomme. Denn laut Beschluss der Landesregierung müsse der Wert des Straßennetzes bis 2020 in das Anlagevermögen der Gemeinde eingearbeitet werden. Von den Räten interessierten sich vor allem Martin Welle (CDU) und Martin Rauber (Freie Wähler) für die Flexibilität der Software. Sie fragten, inwiefern insbesondere Straßenbelastungen durch Faktoren wie Verkehr, Frost und Feuchtigkeit erfasst würden. Auch der als Zuhörer anwesende Bauunternehmer Martin Bonath erkundigte sich in dieser Sache.

Gefragt wurde auch, inwieweit die Verwendung von so genanntem EOS-Material, also unterschiedlichem Baustoff-Recyclingmaterial, in das Software-Programm eingearbeitet ist. Die Antwort von Fippinger darauf war recht unkonkret.

Thema waren auch die Kosten. Im Raum steht je nach einfacherer oder detaillierterer Erfassung und Zuarbeit durch die Gemeindeverwaltung plus der Software eine Summe von rund 22 000 Euro.

Ein Beschluss wurde in der Sitzung nicht gefasst. "Wir werden uns nach dieser beeindruckenden Vorinformation im Laufe des Jahres nochmals mit der Angelegenheit befassen", sagte Bürgermeister Jürgen Nowak.