Oberwolfach - Franz Doll vom der Ingenieurgemeinschaft RS in Achern hat die Oberwolfacher Gemeinderäte über nötige Brückensanierungen informiert. Doll hatte die Bauwerke zum Tiefenbach an der nördlichen Gemarkungsgrenze, beim Jungbauernhof an der Walke und beim Fahrradgeschäft Bächle als Verbindung zu den Wohngebieten auf Matten und auf der Sonnenmatte unter die Lupe genommen. In der Notenskala von 1 bis 4 (Vier bedeutet ungenügend) landeten alle drei zwischen 2,3 und 3,0. Das bedeutet baldigen Handlungsbedarf.

Bei Brücken dieser Bauart mit betonierten Widerlagern, Stahlträgern und einem Holzbelag sei das Ergebnis zu erwarten gewesen, sagte Doll. Die Brücken tun ihren Dienst schließlich seit mehr als zwanzig Jahren. Mit einem Verschleiß von zwei bis drei Prozent der Baukosten sei pro Jahr zu rechnen, in den vorliegenden Fällen also von bis zu 40 000 Euro.

Stahlbetonbrücken hielten zwar länger, dafür seien die Sanierungskosten weit höher. Auch die mit dem afrikanischen Bongossiholzbelag versehenen Brücken im Mitteltal hielten in der Regel nicht länger. Nur seien die Schäden nicht so augenscheinlich, da die Bohlen im Gegensatz zum Douglasienholz nicht von außen her, sondern von innen heraus faulten.

Die Rede war auch von Eichenholz als einer haltbareren Variante für den Verschleißbelag. Billiger würde das jedoch nicht werden, weil Eiche viel teurer sei. Zeitweise koste sie sogar das Doppelte. Trotzdem werde diese Holzart beim Einholen der Angebote als Lösung berücksichtigt.

In einer Foto-Dokumentation wurden die Schäden im Detail gezeigt und die Noten 2,3 für die Tiefenbach- und Erdenbrücke erläutert. Am schlechtesten schnitt mit der Note 3 die Brücke beim Jungbauernhof ab. Der Grund: Die querliegenden Balken direkt unter dem Verschleißbelag waren beim Bau nicht ummantelt worden, sodass Holz auf Holz lag und ein schnelles Abtrocknen unmöglich war.

Für Doll macht es Sinn, einmal pro Jahr den Schmutz aus den Ritzen herauszublasen. Das verlängere die Haltbarkeit des Belags. Erwähnt wurde auch, dass an allen Brücken die Ummantelung der Stahlträger abplatzt. Neben dem Verschleißbelag ist vor allem bei der Jungbauernhofbrücke eine Erneuerung des Holzgeländers notwendig.

Die geschätzten Kosten liegen bei etwa 26 500 Euro für die Jungbauernhofbrücke und je 18 500 Euro für die beiden anderen. Das benötigte Holz könnte bei rechtzeitigem Einschlag aus dem Gemeindewald beigesteuert werden

Begutachtet wurde auch die Stahlbetonbrücke an der Gemarkungsgrenze zu Wolfach (Vermessungsamtbrücke). Ihr Zustand ist augenblicklich nicht besorgniserregend. Allerdings seien auch dort bald Sanierungsarbeiten notwendig.

Der Gemeinderat fasste den Grundsatzbeschluss, im Haushaltsplan 2012 Mittel für die Sanierung der drei Holzbrücken zu veranschlagen.