Oberwolfach - "Da die Stadt Wolfach bisher in dem Genehmigungsverfahren nicht beteiligt worden ist, teilen wir Ihnen unaufgefordert mit, dass keine Zufahrtsmöglichkeit zu der geplanten Erddeponie über den Herlinsbachweg und den Hapbachweg auf Wolfacher Gemarkung eröffnet werden kann." Dies ist die klare Absage von Wolfachs Bürgermeister Gottfried Moser an die in der Gemeinderatsitzung vor zwei Wochen angedachte Alternative, die von Süden her anfallenden Transporte zur Erddeponie beim Wellehof auch durch den Herlinsbach zu ermöglichen, um den großen Umweg durch Matten auch unter umweltfreundlichem Gesichtspunkt zu vermeiden. Eigentlich fehlte zum Ton des Schreibens passend nur noch ein abschließendes "Basta". Aber ganz so "Basta" ist die Angelegenheit für Bürgermeister Jürgen Nowak doch nicht, denn, so seine Anmerkung, wäre hier auch noch die Baurechtsbehörde des Landratsamtes zu hören, der übrigens eine Mehrfertigung des Schreibens zugesandt worden ist. Die in der Sitzung anwesenden Anlieger Leonhard Heizmann und Markus Müller kamen mit den bereits vor zwei Wochen genannten Argumenten erneut zu Wort. Die anderen Einsprecher hatten nach der Begrenzung der Deponie ihr Beschwerdeschreiben zurückgezogen. Den Befürchtungen der beiden noch verbliebenen Einsprechern widersprach seitens der die Deponie betreibenden Baufirma deren Geschäftsführer Martin Bonath. Auf Rückfrage bestätigte er, was auch schon in der vorausgehenden Gemeinderatsitzung von den meisten Ratsmitgliedern vermutet worden war. Es wird insgesamt etwa 450 Mal mit Volllast mit großen Lkws gefahren und dies zwei bis drei Jahre lang. Bezüglich der Beschaffenheit der Straße sah Bonath kein Problem, da man sie ja selbst gebaut habe: "Was wir kaputt machen, das richten wir wieder her." Für Mattenweg-Anwohner Markus Müller besteht das Problem des Ausweichens auf seinem Grundstück im Begegnungsverkehr, dem er durch schwere Steine entlang der Grenze Einhalt gebieten werde. Allerdings mit dem Risiko, dass dann Fahrzeuge durch ein Rücksoßen in die Spielstraße dort erhebliches Gefahrenpotenzial heraufbeschwören könnten, was übrigens auch bisher schon gelegentlich durch Kleintransporter der Fall sei.

Auf die Erdenbrücke angesprochen, teilte Bürgermeister Jürgen Nowak mit: Über die Brücke müsse man die Fahrzeuge fahren lassen, weil man für eine Tragfähigkeit von 30 Tonnen Zuschüsse beantragt und erhalten habe. Man könne die Tragfähigkeit nicht eigenmächtig reduzieren.

Der Bürgermeister wird vor Beginn der Maßnahme die Straße zusammen mit Martin Bonath unter die Lupe nehmen, um bei eventuellen Schadensfällen argumentieren zu können. Von der Mehrheit des Gremiums wurde gewünscht, eine Begrenzung der Deponiezufahrt auf drei Jahre in die Abmachung zu schreiben.