Oberwolfach - Der Oberwolfacher Rat hat mit sieben zu sechs Stimmen entschieden, die Sauna nicht mehr in der neuen Festhalle zu berücksichtigen. Die Nutzer hatten intensiv um den Erhalt gekämpft, doch konnten sie sich mit ihren Argumenten nicht bei der Mehrheit durchsetzen – sie zeigten sich äußerst enttäuscht. Die Zeit für eine Grundsatzentscheidung drängte, um ein Planungskonzept und eine kostenmäßig klare Prognose für die Sanierung der Festhalle erstellen zu können. Deshalb wollte Bürgermeister Jürgen Nowak die Beschlussfassung auch nicht weiter hinausschieben, wie dies im Verlauf der Diskussion von einigen Gemeinderäten angeregt worden war.

Die Diskussion um den Erhalt der Sauna hatte um die 30 Nutzer angelockt. Jürgen Nowak räumte den Besuchern ein, ihre Wünsche und Anregungen vorbringen zu können. Von diesem Angebot machten Ferdinand Armbruster, Peter Armbruster, Gerhard Rauber, Heinz Greulich, Günter Harter, Sonja Müller und Petra Springmann Gebrauch.

Per Telefon hatte sich vor der Sitzung auch Erich Herrmann aus St. Roman als treuer Saunagast für den Erhalt der Sauna ausgesprochen. Alle betonten, dass ihnen die Sauna nicht nur aus gesundheitlichen Aspekten wichtig sei, sondern dass die Besuche auch der Kommunikation untereinander dienten.

Hinweisen aus dem Rat, die Nutzer könnten auch private Saunen in Hotels der Umgebung aufsuchen, wurde begegnet, dass dies so leicht nach Feierabend und mit wenig Zeitaufwand für das Fahren nicht möglich sei. Auch der Befürchtung, dass es an jugendlichem Nachwuchs für eine sichere Auslastung der Sauna in Zukunft mangeln dürfte, wurde widerlegt: "Es kommen eben nur Ältere in die Sauna, aber die ja auch ständig wieder neu." Auch machten die Nutzer deutlich, dass die von Thomas Springmann errechnete Erhöhung der Preise um 3,50 Euro pro Person ebenso akzeptieren würde wie auch das Wegfallen des Tauchbeckens.

Bürgermeister Jürgen Nowak bekundete, dass er sich dazu durchgerungen habe, für den Erhalt der Sauna einzutreten. Dies tue er, obwohl sich der Bauausschuss vor einem Monat einstimmig für die Aufhebung der Sauna ausgesprochen hatte. Beifall von Zuhörern bekam Gemeinderat Ralf Heizmann (CDU) für sein klares Votum pro Sauna mit dem Hinweis, dass man bei geschätzten Gesamtkosten für das Projekt von 2,8 Millionen Euro sicher auch an anderen Stellen noch einsparen könne. Rückendeckung bekam er von Ottmar Herrmann, dem das Miteinander in der Gemeinde höhere Priorität als die Kostenfrage genoss. Gemeinderätin Erna Armbruster sprach sich bei mehreren Wortmeldungen eindeutig gegen den Erhalt der Sauna aus: "Wir werfen Ballast ab, der der Gemeinde auch in Zukunft immer wieder Kosten und Sorgen bereiten werde." Ihr Fazit: "Das ist nicht Angelegenheit der Gemeinde, sondern Sache für private Unternehmer oder Investoren."

Einführend hatte Rechner Thomas Springmann jährliche Kosten durch die Sauna in Höhe von 8500 Euro errechnet. Er hatte abschließend festgestellt: Um das Defizit der Gemeinde im bisherigen Rahmen zu halten, müssten die Kapitalkosten in Höhe von etwa 5000 Euro auf den Pächter oder die Nutzer umgelegt werden. Dies würde bei einer geschätzten Besucherzahl von etwa 1400 eine Erhöhung um 3,50 Euro, also einen Gesamtbetrag von elf Euro bedeuten.