
Von Markus Adler Wolfach/Oberwolfach. "Das ist etwas für Leute, die bereits wissen, was für einen Beruf sie später einmal wollen", sagt die Oberwolfacherin Stefanie Armbruster, die die zweijährige Berufsfachschule für Hauswirtschaft und Ernährung an den Beruflichen Schulen in Wolfach absolviert hat. Sie kann diese Erfahrung nur empfehlen, doch rät sie Schulabgängern auch dazu, Infoabende wie am heutigen Dienstag zu nutzen und sich kundig zu machen.
Stefanie Armbruster hat ihren Hauptschulabschluss an der Wolftalschule gemacht und interessierte sich für das Berufsbild der Erzieherin, wofür sie jedoch einen Realschulabschluss benötigt hätte. Bei einem Infoabend bekam sie die notwendigen Einblicke und entschied sich für den Bereich Hauswirtschaft und Ernährung, den sie erfolgreich absolvierte. "Das ganze Profil ist recht vielfältig und liefert gute Grundlagen", sagt sie aus heutiger Sicht.
In ihrer Klasse waren am Ende insgesamt vier Schülerinnen, die anschließend den Ausbildungsweg zur Erzieherin einschlugen. "Die Erfahrung mit der Berufsfachschule hatte einen sehr großen Einfluss auf meine persönliche Entwicklung", erklärt die Oberwolfacherin, die nach der erfolgreichen Ausbildung die Fachhochschulreife erlangte und inzwischen auch noch eine Zusatzausbildung als Lehrerin für Textiles Werken, Sport und Hauswirtschaft erfolgreich abgeschlossen hat.
Doch bis dahin war es ein langer Weg: Nach ihrem Realschulabschluss 2003 absolvierte sie die vierjährige Ausbildung zur Erzieherin mit Theorie an einer pädagogischen Einrichtung in Gengenbach und Praxisblöcken in verschiedenen Kindergärten der Region – ihr Anerkennungsjahr verbrachte sie im katholischen Kindergarten in Wolfach, wo sie auch noch ein Jahr danach gearbeitet hat. In ihrer Freizeit war sie als Betreuerin bei Jugendfreizeiten im Einsatz, was sie fasziniert hat. Ihre Erkenntnis: "Ich möchte noch etwas Neues ausprobieren und einen Schritt weitergehen."
Nach der Fachschulreife hängte sie noch eine Zusatzausbildung als Fachlehrerin am Seminar für Fachlehrer in Kirchheim/Teck dran, die sie für den Unterrichtseinsatz an weiterführenden Schulen qualifiziert. Seit dem vergangenen Jahr ist sie an der Don-Clemente-Schule in Schonach im Einsatz, wo es ihr sehr gut gefällt.
Für die zweijährige Berufsfachschule brauche es keine Vorkenntnisse, sondern das Interesse und die Fähigkeit, sich für das zu entscheiden, was man will, wird gebraucht, glaubt Stefanie Armbruster. "Für mich zählte die zweijährige Berufsfachschule zur schönsten Phase meiner eigenen Schulzeit", kann sie die Einrichtung nur empfehlen. "Ich habe ein fundiertes Fachwissen vermittelt bekommen und war auch von den Lehrern sowie ihrer Vorbildfunktion positiv beeindruckt", erzählt sie. Eine Tugend war für sie ganz wichtig, um den langen Parcours ihrer beruflichen Ausbildung zu schaffen: der eigene Wille und der Antrieb weiterzukommen.
Weitere Informationen: Am heutigen Dienstag ist von 18 bis 20 Uhr ein Infoabend mit Führungen und Gesprächsangeboten an den Beruflichen Schulen in Wolfach.