
Von Steffi Stocker
Oberreichenbach-Würzbach. Von außen hat das Gebäude den Anschein eines Aufenthaltsraums für Buspassagiere. Doch hinter der Tür unter dem Haltestellenschild verbirgt sich ein Jugendraum der evangelischen Kirchengemeinde. Nun soll auch der benachbarte ehemalige Würzbacher Mangelraum für die Jugendarbeit genutzt werden.
Ende April hatte der Gemeinderat beschlossen, die ehemalige Gemeindemangel in dem alten Waschhaus gegenüber der Nikolauskirche zu schließen. Gerne griff im Nachgang die evangelische Kirchengemeinde das Angebot auf, den Raum für die Jugendarbeit zu nutzen.
Und es dauerte auch nicht lange, bis fleißig Hand angelegt worden ist. So sind die Fliesen und Kacheln bereits von den Wänden geschlagen. Mit viel Eigenleistung gehen die jungen Leute aus der Kirchengemeinde ans Werk. Die reinen Materialkosten für den Umbau der ehemaligen Mangel werden auf etwa 6600 Euro geschätzt. "Durch die Eigenleistung wird ein Gemeindegebäude saniert, das kommt der Gemeinde zugut, da sie selbst dafür kein Geld in die Hand nehmen muss", so Bauamtsleiter Daniel Merkle in der Gemeinderatsitzung. Das Gremium beriet, ob die Gemeinde mit der Hälfte der Materialkosten einen Zuschuss gewährt. Vor dem Hintergrund, dass es sich um ein Gemeindegebäude handelt, können die Richtlinien zur Vereinsförderung darauf nicht übertragen werden.
Dem Verwaltungsvorschlag folgte der Gemeinderat auch einstimmig und würdigte das Engagement der jungen Leute, zumal die Nutzung des Raums seit acht Jahren reibungslos funktioniert. "Deshalb empfehlen wir, den Nutzungsvertrag auf das gesamte Gebäude auszudehnen und weitere unentgeltliche Nutzung für 15 Jahre einzuräumen", so Bürgermeister Karlheinz Kistner. Auch dafür gab es einhellige Zustimmung.