Von Steffi Stocker

Oberreichenbach. Zum letzten Mal legte Kämmerer Lucas Hansen nach 28 Jahren den Entwurf eines Haushaltsplans vor. Er wechselt nach Bad Liebenzell. Nicht ohne Stolz verwies er deshalb auf gesunde Strukturen, die er dem Gemeinderat für das kommende Jahr empfahl.

"Wenn die Gemeinde weiterhin so solide kalkuliert, sehe ich kein Hindernis für eine attraktive Entwicklung", fasste Hansen das Zahlenwerk zusammen, zumal keine Neuverschuldung im Haushalt vorgesehen sei. Er umfasst ein Gesamtvolumen von sieben Millionen Euro und ist um rund eine Million geringer als der laufende Haushalt. "Diese Veränderung ergibt sich ausschließlich im Bereich des Investitionshaushalts, der um 1,7 Millionen Euro geringer ausfällt", so der Kämmerer. 5,7 Millionen Euro sind für den Verwaltungshaushalt veranschlagt. "Dennoch ist es ein Sparpaket, da viele Mittel bereits im laufenden Jahr veranschlagt sind", so Hansen.

Er verwies auf über 350 000 Euro mehr aus dem kommunalen Finanzausgleich, die sich im Verwaltungshaushalt auswirken: "Vor diesem Hintergrund ergibt sich eine Zuführung an den Vermögenshaushalt von 503 000 Euro." Sie liegt damit über den Zuführungen der zwei vorherigen Haushalte. Schwerpunkte bilden im kommenden Jahr Investitionen, die Restfinanzierungen fürs neue Feuerwehrmagazin sowie der Bau eines Sammlers nach Calmbach, um die Kläranlage stillzulegen. Dazu kommt mit 540 000 Euro ein Teil für das Dorfgemeinschaftshaus in Oberkollbach.

"Während für den Eigenbetrieb Wasserversorgung eine Darlehensaufnahme notwendig ist, kommt der Haushalt ohne Neuverschuldung aus", so Hansen zum Stand der allgemeinen Rücklage von 1,3 Millionen Euro, während die Schulden auf 779 000 Euro reduziert werden können. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 277 Euro zum Ende des kommenden Jahres.

"Mit unseren Investitionen schaffen wir Werte", begegnete Rüdiger Pfrommer den Bedenken des Ratskollegen Thomas Seyfried aufgrund sinkender Rücklagen.