Von Steffi Stocker

Oberreichenbach. 30 Jahre lang war sie Dreh- und Angelpunkt im Bauamt der Gemeinde. Darüber hinaus hatte Helga Hagenlocher die Außenstelle der Volkshochschule Calw organisiert. Jetzt wurde sie in der Gemeinderatssitzung in den Ruhestand verabschiedet, hinterlässt jedoch viele Spuren.

"Was ist schöner, als im eigenen Flecken zu arbeiten?", unterstrich dabei Bürgermeister Karlheinz Kistner das Engagement der rührigen Mitarbeiterin.

1982 wechselte Hagenlocher aus dem Vorzimmer des damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Lothar Späth nach Oberreichenbach. "Die heutige Struktur des Bauamtes entspringt ihrer Feder, nachdem es zuvor ein Blätterwerk war", sprach Kistner seine Anerkennung für die übersichtliche organisatorische Leistung der Mitarbeiterin. Vorbildlich und korrekt, dabei immer liebenswürdig sowie hilfsbereit habe sie ihre Arbeit bewerkstelligt. "Sie haben nicht nach der Zuständigkeit gefragt, sondern Lösungen gesucht", würdigte der Bürgermeister eine stolze Lebensleistung in mehr als vier Jahrzehnten öffentlichem Dienst.

"Sie waren einfach die VHS, und wir werden sie alle sehr vermissen", fasste VHS-Geschäftsführer Sebastian Plüer die 22-jährige Tätigkeit für die Bildungseinrichtung zusammen. Da griff Hagenlocher schon mal selbst zur Schneeschaufel, um im Winter den Weg zum Versammlungsraum frei zu schippen. "Sie haben sich durchgebissen und die Treue gehalten", verwies auch Georg Burkhardt für den Gemeinderat auf die Aufbauarbeit nach der Gemeindereform. Für das Gremium stellte sie in den vergangenen 20 Jahren die Sitzungsunterlagen zusammen.

"In diesem Haus war ich länger, als in sonst einem Haus, habe in diesem Sitzungssaal sogar Lesen und Schreiben gelernt", hob Hagenlocher sichtlich berührt ihre enge Beziehung zum Rathaus hervor, wo die Mitarbeiter zur Ersatzfamilie wurden. Die Arbeit für ihren Geburts- und Heimatort mündete unter anderem in einem Ortsgeschichtsbuch und zeigt sich durch ehrenamtliches Engagement in Projekten von "Lebensqualität durch Nähe". "Danke, dass Sie da waren und weiterhin da sind", sagte der Bürgermeister.