Oberreichenbach - Ab Montag, 26. November, wird über der Kreisstraße zwischen Würzbach und Agenbach ein Hubschrauber kreisen. Er nimmt die Kalkung vor, die dem Waldboden Nährstoffe zuführt und damit das Pflanzenwachstum stärkt.

"Da es sich um basisches Material handelt, wird um die Biotope und zur Straße hin ein Schutzstreifen ausgespart", erläuterte Christof Grüntjens von der Abteilung Waldwirtschaft im Landratsamt. Er stellte in der Gemeinderatsitzung am Freitag den Bedarf der Nährstoffzufuhr dar. Die Klimaveränderung wirke sich auf die Bodenbeschaffenheit aus und der PH-Wert sinke. "Zurückgehender Niederschlag schwächt dann die Bäume, und langfristig wirkt sich das auch auf das Trinkwasser aus", fasste Grüntjens zusammen. Die Kosten für die Kalkung werden zu 90 Prozent vom Land übernommen.

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Der Forstexperte berichtete außerdem von der Prognose für die Baumbestände. "Im Jahr 2050 wird die Fichte im ganzen Land Schwierigkeiten haben", verdeutlichte er anhand einer Schaukarte. Deshalb hoffe er auf ausreichend Winterfeuchte, um Dürreschäden und Käfer abzuwehren.

Nachdem das laufende Jahr mit einem erfreulichen Überschuss von etwa 265 000 Euro schließen wird, erwartet Grüntjens im Wirtschaftsplan 2013 für Oberreichenbach einen Rückgang der Holzerlöse. Zudem rechnet er mit höheren Kosten für die Waldbewirtschaftung. Unabhängig davon bescheinigte der Fachmann dem Gemeindewald ein sehr gutes Holzsortiment. "Wir können viel Japanholz erwirtschaften", sagte Revierleiterin Edda Röntgen mit Blick auf eine gesteigerte Ästung. Für das kommende Jahr sind immerhin 514 Stück vorgesehen. Soll heißen, durch entsprechenden Beschnitt wird verhindert, dass Äste in den Stamm hineinwachsen. Darüber hinaus ist geplant, 6000 Festmeter zu ernten.

Einen Knackpunkt stellt der Wildbestand dar, der durch den Klimawandel ebenfalls zunimmt und große Schäden im Wald anrichtet. "Ich hoffe, dass das neue Jagdgesetz die Möglichkeiten der Bejagung erweitert", berichtete Grüntjens vom laufenden Verfahren.