Oberreichenbach Hartmut Kraft versteht sich als Trainer
Schwarzwälder-Bote, 21.07.2012 04:00 Uhr
Der Platz beim Oasenkreuz in Naislach wurde zum Lieblingsplatz von Elly und Hartmut Kraft, die nach 18 Jahren die Kirchengemeinde Würzbach in Richtung Zaberfeld aufbrechen. Foto: StockerFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Steffi Stocker
Oberreichenbach-Würzbach. Seit fünf Jahren steht oberhalb von Naislach das Oasenkreuz. Dort, wo Oster-Gottesdienste gefeiert werden, ist der Lieblingsplatz von Hartmut Kraft. Nicht nur den idyllischen Blick über Würzbach wird er vermissen, der Pfarrer verlässt nach 18 Jahren die Kirchengemeinde."Würzbach ist unsere zweite Heimat geworden, das Loslassen fällt schwer", sagt er. Doch irgendwie war jetzt der Zeitpunkt, noch einmal durchzustarten, zumal sich die Familie im Umbruch befindet.
Alle drei Söhne starten nehmen ihren Lebensweg fern des Elternhauses. Nur die 16-jährige Anna-Lena wird mit Elly und Hartmut Kraft nach Zaberfeld gehen. "Während der Nordschwarzwald die regionale Heimat meiner Frau ist, werden wir künftig in der Nähe meiner Wurzeln leben", so Kraft zu seinem neuen Wirkungsfeld.
Mit einer gewissen Gelassenheit macht er sich auf den Weg. "Im Vertrauen auf Gott gehen wir getrost und mutig weiter", unterstreicht Kraft gleichwohl, dass ihn persönliche Erfahrungen in Würzbach haben reifen lassen. Ein Wir-Gefühl, an dem die Familie Kraft nicht unschuldig sei, präge den Dorfzusammenhalt spürbar. "Ich verstehe mich als Trainer und Brückenbauer, damit Gemeinschaften unterschiedlichster Interessen im Christsein zusammen wachsen", beschreibt er seine Philosophie.
Deshalb seien vor allem die 60 ehrenamtlichen Mitarbeiter in der 520 Glieder zählenden Kirchengemeinde ein großer Schatz. "Aus der alten Molke ist mit viel Engagement eine Perle für junge Leute geworden", lobt Kraft zudem die Jugend für ihren Einsatz. Insgesamt habe er nach herzlicher Aufnahme im Jahr 1994 viele Höhepunkte in Würzbach erlebt, erinnert sich Kraft an neugieriges Staunen beim ersten Ostergottesdienst mit Kerzen, verschiedene Zelttage oder die Oasenfreizeit, an die das Kreuz an seinem Lieblingsplatz erinnert.
"Ich bin stolz auf aktive Menschen, denen es ein Anliegen ist, den Glauben zu leben und ihn weiter zu tragen", so Kraft weiter. Mit Spannung werde er aus der Entfernung die weitere Entwicklung in Würzbach verfolgen. Am Sonntag wird die Kirchengemeinde ihren Pfarrer Kraft und seine Familie verabschieden. Nachdem Dekan Erich Hartmann ihn im Gottesdienst in der Nikolauskirche der Pflicht entbinden wird, findet ab 14.30 Uhr in der Festhalle ein Dankesfest zum Abschied statt.


