
Oberreichenbach/Calw/Stammheim. Für die Coverband Gilga Mesh, deren Mitglieder aus Calw und Oberreichenbach kommen, steht am kommenden Freitag, 10. Februar, ein Konzert der besonderen Art an. Ort des Geschehens ist keine Kneipe, kein Stadtfest oder eine Gemeindehalle, sondern die Justizvollzugsanstalt (JVA) in Stuttgart-Stammheim.
Die Initiative "Rock im Knast" ermöglicht seit 2007 regelmäßig Konzerte in der JVA. Woche für Woche geben sich Bands aller Stilrichtungen die Klinke in die Hand, um den Strafgefangenen ein bisschen Abwechslung in den tristen Alltag zu bringen.
"Gerade in Justizvollzugsanstalten sind kulturelle Veranstaltungen eine wichtige Resozialisierungsmaßnahme und dienen darüber hinaus auch als ideales Migrationsinstrument", sagt Klaus Boshart. Der Justizvollzugsbeamte, zuständig für die Gefangenenbetreuung und somit für die Freizeitgestaltung der in Stammheim inhaftierten Gefangenen, gab vor fünf Jahren den Impuls für die Initiative. Dass Strafgefangene auf dem Weg zur zweiten Chance gestützt werden, sei nicht nur eine Aufgabe des Staates, betont Boshart, "sondern auch Aufgabe der Gesellschaft". Mittlerweile beinhaltet die Initiative "Rock im Knast" ein bundesweit agierendes Netzwerk von Musikern, sonstige Kulturschaffenden und Vollzugsanstalten.
Gilga Mesh ist an diesem Tag Teil dieser Brückenfunktion zwischen "drinnen und draußen" und freut sich schon auf den Auftritt. "Ohne Musik ist das Leben grausam, auch im Knast", sagt Schlagzeuger Matthias Haug. "Wir hoffen, den Strafgefangenen eineinhalb Stunden Abwechslung zu schenken", so der Drummer. Vor dem Auftritt macht die Band eine Führung durch die JVA.
Gilga Mesh besteht aus Rul Schaub (Gitarre, Gesang, Keyboard), Birgit Kraft (Gesang), Bernd Schnaufer (Gitarre, Gesang) , Branko Schmidt-Bachaly (Bass, Gesang) und Matthias Haug (Schlagzeug, Gesang). Authentisch, dynamisch und ungeschminkt, so beschriebt die Band ihren Stil. Gilga Mesh verzichtet auf elektronische Effekte. Die Musiker schöpfen aus einem breiten Repertoire und sind deshalb als Coverband sehr flexibel. "Von ›unplugged‹ mit vielen akustischen Instrumenten bis ›Volldampf‹ ist bei uns alles drin", schreibt die Band. Nächster Auftritt nach dem Gastspiel in der JVA: Am Samstag, 18. Februar,= im "Rössle" in Neubulach.
Weitere Informationen: www.gilga-mesh.de.