Von Steffi Stocker

Oberreichenbach. Noch steht sie eingepfercht in einem Schuppen, überzogen von Staub und Spinnweben. Doch ein Blick auf die Begräbniskutsche aus vergangenen Tagen zeigt, dass es nicht ihre letzte Zeit sein muss. Das dachte sich auch die Gemeindeverwaltung in Oberreichenbach und entschloss sich, diesen historischen Zeitzeugen zu veräußern.

"Am liebsten wäre es uns, wenn die Kutsche in einem Museum erhalten bliebe und damit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich ist", äußerte Bürgermeister Karlheinz Kistner im Gespräch mit unserer Zeitung den Wunsch nach Bewahrung. Immerhin sei die Kutsche ein Dokument früherer Bestattungskultur in den Orten Würzbach und Naislach, als Verstorbene mit ihr zum Friedhof gebracht wurden. Dafür sind dann Pferde vorgespannt worden.

"Sie kann immer noch bewegt werden", sagt Kistner, wenngleich die Kutsche seit einigen Jahrzehnten ihr Dasein in einem staubigen Schuppen fristet. Mit schwarzem Samt ist sie verkleidet. "Mit etwas Restaurationsgeschick lässt sie sich bestimmt wieder aufpolieren", ist der Oberreichenbacher Bürgermeister überzeugt. Aktuell lässt sich über ihr genaues Alter wenig sagen. Vermutet wird aber, dass die Begräbniskutsche seit mehr als 100 Jahren existiert.

Nun soll das historische Gefährt veräußert werden. Eine Verhandlungsbasis haben dabei nicht nur Museen aus der Umgebung, sondern auch private Interessenten. "Wir sind offen für alle Gebote nach eigener Einschätzung, möchten aber die Kutsche in Ehren gehalten wissen", so Kistners Vorgabe. Interessenten melden sich bei der Gemeindeverwaltung Oberreichenbach, Telefon 07051/9 69 90.