Oberreichenbach (kw). Jungen Handwerkern aus Griechenland eine Perspektive geben, das ist das Ziel von Roswitha Keppler. Deshalb hat der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel den griechischen Botschafter Dimitris Rallis zur Kreishandwerksmeisterin geführt.Der Kepplersche Friseursalon wurde für eineinhalb Stunden zu einer Ideenschmiede für Know-how-Partnerschaften. Am Tisch der Kreishandwerksmeisterin saßen der Gouverneur von Kreta, Stavros Arnaoutakis, und der Generalsekretär der Regierung von Kreta, Nikolaos Raptakis.

Dass eine gute Ausbildung der Schlüssel zum Erfolg des deutschen Handwerks ist, davon hat sich der griechische Botschafter überzeugt, als ihn die Friseurmeisterin mit einer Kopfmassage überraschte.

Beim Treffen ging es allerdings um ernste Themen. "Viele Betriebe unserer Region und in Baden-Württemberg wollen dabei sein", so Hans-Joachim Fuchtel. Bei der Reise des Calwer Landrats Helmut Riegger nach Kreta ist Roswitha Keppler auch an Bord. "Wir wollen unterstützen", so die Kreishandwerksmeisterin, "die Mentalität der Kreter passt hervorragend zu uns." Im Mittelpunkt ihres Programms steht ein Austausch mit Kollegen und der Handwerkskammer von Kreta. Keppler macht sich für die Ausbildung junger Griechen in Deutschland stark, damit sie sowohl auf dem Arbeitsmarkt hierzulande, der Fachkräfte sucht, eingesetzt werden können, als auch in ihrer Heimat bessere Berufschancen haben. "Ein guter Geselle kommt auch in Griechenland voran." Warum sollte das deutsche Modell nicht auch in Griechenland zünden?

Die Bundesregierung, so berichtete Hans-Joachim Fuchtel, werde 21 Millionen Euro aufbringen, um für Auszubildende aus südeuropäischen Ländern Deutschkurse und weitere Maßnahmen zu ermöglichen. Die Überwindung der Sprachbarrieren sei der Garant des Erfolgs derartiger Know-how-Partnerschaften.

Dass die Nordschwarzwälder mit ihrem Engagement für Griechenland sehr nahe bei der europäischen Idee liegen, lobt der kretische Generalsekretär Nikolaos Raptakis. Gouverneur Stavros Arnaoutakis sieht allerdings wegen einer mangelnden Investitionsbereitschaft noch fehlende Perspektiven in seiner Heimat, doch lässt er sich gerne eines Besseren belehren.

"Wenn die Verwaltungsreform greift und die schwierige Situation überwunden ist", macht der Bundestagsabgeordnete seinen Gästen Mut, "hat Griechenland einen enormen Aufholbedarf wie bei uns in früheren Jahren." Dann brauche das Land gut ausgebildete Menschen.