
Von Steffi Stocker
Oberreichenbach. Der Gemeindehaushalt von Oberreichenbach erreicht mit beinahe 8,2 Millionen Euro Gesamtvolumen fürs kommende Jahr eine neue Rekordmarke. Gleichzeitig wird eine positive Zuführungsrate mit 325 000 Euro prognostiziert, sie war im laufenden Jahr negativ ausgewiesen.
"Der Haushaltsplan wird von neuen Dingen geprägt", fasst Lucas Hansen zusammen. Unter anderem die Beteiligung des Landes an der Kinderbetreuung würde sich bemerkbar machen, führt der Gemeindekämmerer aus. Dadurch wird der Verwaltungshaushalt entlastet.
Zudem schlägt sich ein um 200 000 Euro höherer Finanzausgleich, also eine Zuweisung von 985 000 Euro, sowie die Ergebnisverbesserung in der Waldwirtschaft (wir berichteten) nieder.
Während der Verwaltungshaushalt mit 5,09 Millionen Euro angesetzt ist, hat der Vermögenshaushalt die Drei-Millionen-Grenze knapp überschritten. "Das Gros der Investitionen fließt in Baumaßnahmen, die auch sichtbar sein werden und nicht im Boden verbuddelt sind", verweist Hansen auf Vorhaben wie den Bau des Feuerwehrmagazins oder des Begegnungszentrums in Oberkollbach. Den etwa 2,7 Millionen Euro Kosten stehen 1,7 Millionen Euro Fördermittel gegenüber. "Das bedeutet, wir entnehmen eine Million aus den Rücklagen, können gleichzeitig aber auf eine Neuverschuldung oder Steuererhöhung verzichten", stellt Kämmerer Hansen in Aussicht.
Bedenken dazu äußerte Gemeinderat Thomas Seyfried. "Ende 2012 sind unsere Rücklagen so gut wie aufgebraucht, und wir planen bereits für 2014 eine Kreditaufnahme", zweifelt er daran, dass dieser Weg gut für die Gemeinde Oberreichenbach sei. So würden Dinge geschaffen, die mit Folgekosten den Haushalt belasten.
"Wir schaffen für dieses Geld allerdings einen echten Gegenwert", so Bürgermeister Karlheinz Kistner dazu. Auch Joachim Pfeiffle verwies darauf, dass man sich mit diesem Haushaltsplan zu einer Investition bekenne, die den Bürgern zugute komme, zumal der Schuldenstand in den kommenden zwölf Monaten auf 830 000 Euro sinkt. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 294 Euro.