Oberreichenbach - Mit dem Elektro-Bürgerauto leistet die Gemeinde Oberreichenbach deutschlandweit beachtete Pionierarbeit. In den kommenden Monaten soll eine alternative Tankstelle das Fahrzeug mit Sonnenstrahlen speisen. Netzunabhängigkeit ist das Ziel dieses Projekts.

Während Bürgermeister Karlheinz Kistner in der Ratssitzung die Teilnahme an einem Wettbewerb mit dieser Kombination ankündigte, haben die Projektierer den Schwarzwald Solar-Carport bereits auf dem Rathausplatz aufgestellt.

"Er ist ein weiterer Baustein unserer Philosophie für umweltfreundliche Mobilität", fasste Projektleiter Thorsten Graf von der ENCW zusammen. Denn nach Segway, Elektroauto sowie Ladesäulen für diese soll nun die Sonne den Tank füllen. Nachdem das Carport zunächst als Schauobjekt im Stammheimer Feld neben dem Energieunternehmen diente, soll es nun in Betrieb gehen.

Dafür wird der überdachte Holzparkplatz aus heimischer Fichte mit Solarmodulen bestückt. "Ein intelligentes Batteriesystem speichert die so gewonnene Sonnenenergie und gibt sie bei Bedarf an das Bürgerauto ab", stellt Rüdiger Pfrommer dessen Einbau in den kommenden Wochen in Aussicht. Der Geschäftsführer von Pfrommer Gebäudetechnik ist Kooperationspartner beim Prototyp des Solar-Carports. Er bestückt das 3,60 Meter breite und 6,20 Meter lange Carport mit 30 Modulen.

"Ursprünglich sollte es im Gewerbegebiet aufgestellt werden, aber die Praxis des Bürgerautos hat uns eingeholt", erläutert er den Standort. Gleichwohl spricht Kistner von einer Übergangslösung, die erste Erfahrungswerte bringen soll. Deshalb ist die Bodenplatte des Carports auf der Pflasterung des Rathausplatzes aufgelegt und wird mit einem Keil befahrbar gemacht, sobald das Batteriesystem eingebaut ist.