Obernheim Kinder tummeln sich jetzt autofrei auf dem Hof
Schwarzwälder-Bote, 11.07.2012 18:04 UhrVon Christoph Holbein
Obernheim. "Die Maßnahme dient ausschließlich der Sicherheit der Kinder", sagt Bürgermeister Josef Ungermann und hofft, dass die Autofahrer Verständnis dafür haben. Seit gestern ist der Schulhof in Obernheim mit Holzbänken abgegrenzt – die Zufahrt eingeschränkt.
Kleine Verzierungen schmücken die vier Holzstämme, die zu Bänken geformt den Schulhof in Obernheim vom Rest des Areals bei der Turn- und Festhalle abtrennen. Im Rahmen der vergangenen Ferienspiele hatten die Teilnehmer die Bänke mit dem Brennkolben bearbeitet, jetzt haben die Sitzgelegenheiten einen verkehrstechnischen Nutzen gefunden. Bestückt mit Reflektoren hindern sie Autofahrer, in den Schulhof, in dem sich die Kinder der Grundschule und seit kurzem auch die Sprösslinge des Kindergartens tummeln, hineinzufahren: Von Montag bis Donnerstag in der Zeit von 7 bis 16.30 Uhr und freitags von 7 bis 12 Uhr ist die Einfahrt nicht erlaubt. Lediglich die Lehrer und Erzieherinnen dürfen mit Sondergenehmigung auf dem Parkplatz der Grundschule parken.
Ursprünglich hatten sich die Gemeinderäte gewünscht, das gesamte Gelände in einen verkehrsberuhigten Bereich umzuwandeln, was für die Autofahrer Schrittgeschwindigkeit bedeutet hätte. Dann aber wäre das Parken dort nur auf separat gekennzeichneten Flächen möglich gewesen – für Ungermann nicht realsierbar und wenig sinnvoll. So ist jetzt eine andere Variante umgesetzt: An der Einfahrt zum Gelände warnt ein Schild "Achtung Kinder!"; die Straße "Am Steigle" wird zum Tempo-30-Bereich über die gesamte Länge und erhält zwei auf die Fahrbahn gemalte Geschwindigkeitshinweise. Das soll bis Mitte der nächsten Woche erledigt sein. Das Verkehrszeichen Fußgänger mit Mutter und Kind wird auf dem Areal vor dem abgesperrten Schulhof auf den Asphalt aufgebracht. Geplant war, Bänke, Schilder und Verkehrszeichen bis zum Umzug des Kindergartens ins Gebäude der Grundschule installiert zu haben. Das gelang nicht ganz zeitlich. "Aber jetzt haben die Mitarbeiter des Bauhofes alles montiert, und es ist gut", freut sich Ungermann: "Wir haben die Sicherheit der Kinder auf jeden Fall erhöht." Und das mit überschaubaren Kosten: Den Arbeitseinsatz nicht gerechnet, sind für die Maßnahme insgesamt rund 1100 Euro zu zahlen. Die dabei herausgekommene Lösung ist mobil. Bei Großveranstaltungen am Wochenende lassen sich die Bänke wegtransportieren.
"Wir werden sehen, wie das im Alltag funktioniert", sagt Ungermann. Er vertraut auf die Einsicht der Autofahrer, und dass Schilder und Piktogramme ihre Wirkung haben.



