Oberndorf Container: Stadt will Wildwuchs verhindern

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In Bochingen, Richtung Sigmarswangen, stehen gleich zwei Altkleider-Container, für die keine Sammelerlaubnis vorliegt. Foto: Zeger

Oberndorf - Platz im Schrank schaffen und Gutes tun: Dies ist mit einer Kleiderspende möglich. Doch immer öfter werden Container aufgestellt, ohne dass die kommerziellen Verwerter dafür Genehmigungen hätten.

Im städtischen Werkhof stehen derzeit rund ein Dutzend Altkleidercontainer, die die Stadtverwaltung in den vergangenen Monaten eingezogen hat. "Für sie lag keine Aufstell-Genehmigung vor", erläutert Jens Hartmann vom Ordnungsamt.

Er und seine Kollegen liefern sich ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Aufstellern: Denen sei es oft egal, wenn ein paar ihrer Container beschlagnahmt werden. Die Einbußen sind in ihrem Geschäftsmodell bereits einkalkuliert.

Schwarze Schafe bringen Branche in Verruf

Der Grund: Schon ein Container (250 Kilogramm Fassungsvermögen) je 1000 Einwohner wirft genügend Profit ab, wenn er ein paar Wochen unentdeckt bleibt. "Ein voller Container hat einen Wert im vierstelligen Bereich." Da tue ein Bußgeld nicht besonders weh, erläutert Hartmann. Ist das gezahlt, kann der Aufsteller seinen Container auslösen.

Die genehmigten Container sind in Oberndorf leicht zu finden. Sie stehen nämlich da, wo auch die anderen Wertstoffcontainer ihren Platz haben (unter der Hochbrücke, in der Wasserfallstraße, in der Wiesenstraße auf dem Lindenhof, beim "real"-Markt und in der Austraße). Außerdem gibt es in jedem Ortsteil einen zentralen Platz. Dadurch will man einem "Wildwuchs an Containern" verhindern. Die städtische Sammelerlaubnis wird jährlich neu ausgeschrieben und an Firmen vergeben, die gute Referenzen besitzen, erläutert Josef Geray, Leiter des Ordnungsamts.

Die vielen schwarzen Schafe unter den Altkleidersammlern haben die ganze Branche in Verruf gebracht. Die Polizei in Oberndorf spricht von einem Wirtschaftszweig, der beinahe zur organisierten Kriminalität zu zählen sei. "Die Sammler sind untereinander stark verknüpft und sie handeln mit List." Da werde beispielsweise mit einem weißen Kreuz auf rotem Grund der Anschein erweckt, es würde sich um einer dem Deutschen Kreuz nahe stehenden Vereinigung handeln. Auf den Containern sind Telefonnummern aufgedruckt, unter denen aber niemand zu erreichen sei, so die Erfahrung der Polizei und des Ordnungsamts. Die Stadt kann aber in der Regel nur dann aktiv werden, wenn die Container auf öffentlichem Grundstück stehen. "Die Sammler treten mittlerweile aber auch an Privatleute heran und bezahlen denen eine kleine Aufstellgebühr", erläutert Geray. Er empfiehlt in einem solchen Fall, sich sofort mit dem Ordnungsamt in Verbindung zu setzen.

Altkleider, die wirklich direkt einem guten Zweck zugeführt werden, sammelt in Oberndorf beispielsweise der Missionsausschuss. Jeden zweiten Dienstag im Monat hat dazu das Don-Bosco-Haus geöffnet. Die Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde sortieren die Ware, pressen sie zu Ballen und leiten sie an die "Aktion Hoffnung" in Laupheim weiter. Von dort geht die Kleidung nach Chile oder Rumänien. "Wir unterstützen verschiedene Projekte", erläutert Wolfgang Hauser vom Kirchengemeinderat. Schlechte Kleidung wird vor Ort aussortiert und als Lumpen verkauft. Mit diesem Erlös werden die Frachtkosten abgedeckt, so Hauser.

Den Kleiderschrank entleeren und Gutes tun, ist also doch möglich.

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