Oberndorf a. N. Wird auch in der Nacht geplanscht?

Schwarzwälder-Bote, 27.07.2012 18:01 Uhr

Von Jens Sikeler

Oberndorf. Es ist Samstagmorgen, kurz vor sieben. Die Vögel singen und über den Becken des Oberndorfer Freibades steigen kleine Nebelschwaden auf. Eine Stunde noch, dann kommen die ersten Gäste.

Für Schwimmmeister Danny Voigt hat der Arbeitstag da schon längst begonnen. Ein "Mitarbeiter" des Schwimmbads hat während der Nacht sogar durchgearbeitet. Vollautomatisch hat der kleine Kerl den Beckenboden gereinigt. Das 25 000 Euro teure Gerät funktioniert ähnlich wie ein Staubsauger und befreit den Boden gleichzeitig mit Bürsten von Algen.

Qualität des Wassers ist sehr hoch

"Das Wasser hat eine sehr hohe Qualität", betonte Voigt. Teilweise bleibe der Anteil der Schmutzstoffe sogar unter der Nachweisbarkeitsgrenze. Damit das so bleibt, muss ein enorm hoher Aufwand betrieben werden, denn Vogelkot und Pollen landen genauso in den Becken, wie etwa der Schweiß der Gäste.

Voigt zieht deshalb regelmäßig Proben, mit denen er das Wasser unter anderem auf seinen Chlor- und PH-Gehalt hin untersucht. Beeindruckend ist aber vor allem die Technik in den "Katakomben" des Schwimmbads. Den meisten Platz nehmen dort vier, mehrere Meter hohe, mit Sand und Kies gefüllte Kessel ein, in denen das Wasser gefiltert wird.

Krankheitserreger werden im Wasser durch die Zugabe von Chlor abgetötet. Das ist nicht ganz ungefährlich. Immer wieder kommt es in Schwimmbädern zu Unfällen, weil Chlorgas freigesetzt wird. Voigt wechselt deshalb die Gasflaschen nur mit äußerster Vorsicht. Hygiene ist auch außerhalb der Schwimmbecken sehr wichtig.

Deshalb inspiziert Voigt, nachdem er den Tauchroboter aus dem Becken gehievt hat, zunächst die Duschen und Umkleidekabinen.

Für den studierten Betriebswirt Voigt ist es die erste Saison in Oberndorf. Bisher hat er fast ausschließlich positive Erfahrungen mit den Badegästen gemacht – auch mit den Ungebetenen. Sich nachts im Schwimmbad zu vergnügen sei ja mittlerweile fast ein Volkssport, so Voigt.

Und er ist sich auch ziemlich sicher, dass auch der eine oder andere Oberndorfer des Nachts über den Zaun klettert.

Nur Spuren haben diese Badegäste bisher keine hinterlassen.

 
 
Kommentare (0)
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen