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Oberndorf a. N. Wie darf eine Kirchenorgel klingen?

Von

Von Michael Frädrich

Oberndorf. "Es geht nichts über den Klang einer Pfeifenorgel. Das finden wir auch. Darum arbeiten wir seit 1980 an einer digitalen Kirchenorgel, die diesen Klang perfekt wiedergibt."

Mit diesem Satz bewirbt ein Hersteller digitaler Orgeln seine Produkte. Die Orgel ist die Königin aller Musikinstrumente, aber ob mit Pfeifen oder digital – dazwischen liegen Welten. Und Weltanschauungen. Ideell wie finanziell. Das wurde auch deutlich, als die Mitglieder des "Förderverein Evangelische Stadtkirche" das Thema in der Hauptversammlung diskutierten. Der Förderverein trägt sich mit dem Gedanken, der Stadtkirche eine bessere Orgel zu verschaffen. Fazit der Debatte am Donnerstagabend, in der viel von Kultur und Kulturerbe die Rede war, von Verantwortung gegenüber späteren Generationen, aber auch von Geld: Eine komplett neue Pfeifenorgel dürfte annähernd 500 000 Euro kosten. Das kommt wohl nicht (mehr) in Frage, eine solche Last kann der Verein nicht schultern, zumal es seitens der Landeskirche keinen Zuschuss gibt.

Was bleibt an Alternativen: Man könnte ein Instrument einbauen, in dem noch vorhandene Teile der alten Walcker-Orgel verwendet werden. Der renommierte Orgelspezialist Wolfgang Braun aus Bickelsberg bot an, dafür ehrenamtlich eine exakte Bestandsaufnahme samt Kostenberechnung vorzulegen, wobei er ganz vorsichtig die Summe von 300 000 Euro in den Raum stellte.

Oder der Verein schaut sich auf dem Markt für gebrauchte Orgeln um, in der Hoffnung, in naher Zukunft ein passendes Exemplar zu finden. Hierfür lägen die Kosten bei etwa 120 000 Euro.

Oder eben eine digitale Orgel, wie sie in der katholischen Kirche "St. Michael" in Aichhalden zu finden ist. Hier ist dann von etwa 40 000 Euro die Rede – und Wartungskosten entfallen: "Mit einer digitalen Orgel wären wir fertig", merkte Johannes Missel an.

Unterstützer schauen sich vor Ort um

Die Versammlung griff die Offerte Brauns auf – dann hat man belastbare Zahlen. Ferner wird eine Delegation noch vor der Sommerpause nach Aichhalden fahren, um eine digitale Orgel in einer Kirche zu erleben. Ein solches Instrument klingt wohl wie eine Pfeifenorgel, es wurden aber nur Töne von einer Pfeifenorgel abgenommen und digitalisiert. Ein Laie höre den Unterschied nicht. Dennoch bestehen Vorbehalte gegen ein solches Instrument, weil der Klang als leblos und das Gerät als Stilbruch für eine Kirche angesehen wird. Deshalb wird die Delegation gleich weiterfahren nach Königshofen. In diesem Stadtteil von Straßburg steht eine Schwester-Orgel der ursprünglichen Oberndorfer Walcker-Orgel. Dann kann sich zeigen, ob der Unterschied hörbar ist.

Ob der lebhaften Diskussion geriet der erste Zweck der Versammlung beinahe ins Hintertreffen. Der Vorsitzende Günter Niethammer rief in seinem Jahresbericht die Veranstaltungen der zurückliegenden zwölf Monate in Erinnerung. "Finanziell bleibt da leider nicht viel hängen", resümierte er. Kassierer Achim Mutschler präsentierte eine leicht besser gefüllte Kasse und erhielt von Annette Elben und Karl Hany eine ordentliche Arbeit bescheinigt. Rolf Lübke sorgte für die Entlastung des Vorstands, der einstimmig für weitere zwei Jahre gewählt wurde: Niethammer als Vorsitzender, Johannes Missel als Stellvertreter, Beate Schneider bleibt Schriftführerin und Mutschler führt weiterhin die Kasse. Auch Elben und Hany wurden wieder berufen.

Namens der Kirchengemeinde dankte Pfarrer Gerhard Romppel dem Verein für dessen Engagement. Für das Jubiläumsjahr 2016 – die Stadtkirche wird 100 Jahre alt – kündigte er eine ganze Reihe von Terminen an. Der Festakt findet am zweiten Advent (4. Dezember) statt.

Rechtzeitig davor soll ein Buch über die Stadtkirche erscheinen.

 
 

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