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Oberndorf a. N. Weniger Streuner in Hochmössingen

Schwarzwälder-Bote, vom 12.01.2012 20:00 Uhr
Kater Casanova geht es gut – dank der Hilfe von Gertrud Bantle und Bianca Zimmermann. 
Foto: Silkeler Foto: Schwarzwälder-Bote
Kater Casanova geht es gut – dank der Hilfe von Gertrud Bantle und Bianca Zimmermann. Foto: Silkeler Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Jens Sikeler Oberndorf-Hochmössingen. 57 Katzen hat der Verein "Straßenkatzen.info" aus Hochmössingen kastrieren lassen. Diverse Samtpfoten haben außerdem ein neues Zuhause gefunden. Die Zahl der streunenden Katzen ist dadurch deutlich zurückgegangen.Das bestätigt auch Ortsvorsteher Ortsvorsteher Thomas Rohr. Früher habe es auf dem Friedhof ganze Rudel gegeben, erinnert sich Rohr. Da sei deutlich besser geworden. Rund um die Kirche waren im vergangenen Jahr besonders viele Katzen unterwegs. Sie beschädigten die Gräber und beschmutzen sie mit Kot.

"Denen geht es da draußen erbärmlich"

Viele Hochmössinger waren dementsprechend verärgert. "Wirklich etwas tun wollte aber niemand", sagt Rohr. Deshalb macht er aus seiner Wertschätzung für den gerade mal zehn Mitglieder zählenden Verein um Gertrud Bantle und Bianca Zimmermann auch keinen Hehl.

"Es gibt nur noch sehr wenige herumstreunende Katzen in Hochmössingen", freut sich Rohr. Insgesamt vier Futterstellen haben die Mitglieder des Vereins eingerichtet. Eine davon befindet sich im Erdgeschoss des Hauses von Bianca Zimmermann. Durch eine Katzentür haben die Miezen freien Zugang zu diesem Bereich. Die Futterstellen sind auch nötig.

Dass Hauskatzen problemlos in der freien Natur zurechtkommen, hält Zimmermann für eine Mär. "Denen geht es da draußen erbärmlich", stellt sie klar. "Viele Katzen", sagt Zimmermann, "leiden an Herpes – mit dem Ergebnis, dass ihnen die Zähne ausfallen und sie verhungern."

Durch die Kälte komme es häufig zu Blasen- und Nierenerkrankungen. Viele Tiere seien auch unterernährt. Die Katzen, die in so einem Zustand zu ihr kommen, päppelt sie wieder auf. Im ersten Stock hat sie eigens ein Zimmer für solche Sorgenkinder eingerichtet. Dort versucht sie, Katzen auch wieder an die menschliche Nähe zu gewöhnen – eine der Voraussetzungen dafür, dass die Tiere erfolgreich vermittelt werden können.

Eine Sache betont Zimmermann immer wieder: Wie wichtig es sei, Katzen kastrieren zu lassen. Zwei Würfe kann eine Kätzin im Jahr bekommen. Das ist auch der Grund, wieso Zimmermann und die anderen Vereinsmitglieder nach wie vor sehr aktiv sind. Würden sie ihre Arbeit vernachlässigen, würde die Katzenpopulation Hochmössingen sehr schnell wieder größer werden. Davon ist sie überzeugt. Die Arbeit des Vereins kostet viel Geld. Das Futter und Kastrationen sind teuer. Bianca Zimmermann hofft deshalb dringend auf Unterstützung aus der Bevölkerung.

Weitere Informationen: www.straßenkatzen.info

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