Von Marcella Danner

Oberndorf. Was Andrew Lloyd Webber für den Broadway, das ist Gerhard Bruns für die Realschule. Schon seit vielen Jahren ersinnt der engagierte Lehrer jedes Jahr zur Adventszeit ein komplettes Musical, von Texten über die Musik bis hin zu den Arrangements.

"Ein Jahr ohne Weihnachten" stand diesmal auf dem Programm.

Wenn sich die Eingangshalle der Realschule zum Bersten füllt – und zwar gleich an zwei Abenden hintereinander – dann wurden Schüler und Eltern zur Weihnachtsfeier geladen.

Viele Instrumente habe er schon auf dieser Bühne gehört, begrüßte Rektor Siegfried Maier die Gäste, doch noch nie eine Solovioline. Gespielt wurde sie von Kim Graszat, die von ihrer Schulkameradin Anne-Marie Hezel und Lehrer Thomas Teifel an den Gitarren begleitet wurde.

In seiner Einführung appellierte Maier an die Besucher des Abends, den Gedanken der Weihnacht das ganze Jahr über im Herzen zu tragen.

Dass dieser Gedanke selbst in der Adventszeit leicht in Vergessenheit gerät, erzürnte die Engel in Gerhard Bruns Musical. Sie beschlossen daher, das Fest in diesem Jahr ganz ausfallen zu lassen, um zu sehen, ob den Menschen etwas fehlen würde. Kein Lichterschmuck, keine Geschenke, keine Schokoladen-Weihnachtsmänner und kein Glockengeläut mehr an Sonntagen, so manipulierten die Himmelsboten das Geschehen auf der Erde. Und tatsächlich musste Erzengel Gabriel verzagt feststellen, dass es eigentlich niemandem groß aufgefallen sei.

Als auf einmal doch alle Glocken anfingen zu erklingen, fiel den Engeln ein, dass Heiligabend heuer an einem Montag ist. Sie hatten das Läuten ja nur an Sonntagen verboten. Die in die Kirchen strömenden Menschen wussten allerdings nicht so recht, weshalb sie gekommen waren. Da rief ihnen ein Mädchen – herausragend von Bente Görner gesungen – die Geburt Christi in Erinnerung.

So ein Musical, betonte Rektor Maier, sei immer auch Teamarbeit. Neben der Theater-AG trugen verschiedene Tanzgruppen der Realschule, der Chor, sowie die Technik AG zum Gelingen bei. Ein besonderes Lob zollte er aber Gerhard Bruhns. Denn das Texten, Komponieren und Arrangieren sei das eine.

Dass es Bruns aber jedes Jahr wieder schaffe, diesen ganzen Trupp von Kindern dazu zu bringen, so toll mitzumachen, das sei wahrlich eine Meisterleistung.