Oberndorf a. N. Amok-Alarm versetzt Schüler in Angst

Maja Dick, 27.06.2012 07:01 Uhr

Oberndorf - Der Schreck sitzt manchem Schüler noch jetzt in den Knochen: Wie berichtet, wurde am vergangen Freitagnachmittag am Gymnasium am Rosenberg ein Amok-Probealarm ausgelöst. Eine Klasse befand sich zum Zeitpunkt noch im Unterricht. Das Problem: Die Klasse war über den Alarm nicht unterrichtet worden und hielt die Situation für echt. Eine Verkettung unglücklicher Umstände und ein Versehen eines technischen Angestellten des Gymnasiums hatten offenbar zu dieser für die Schüler und ihren Lehrer extremen Situation geführt.

Schulleiter Ulrich Dörr bestätigt die Abläufe, die auch Hans-Joachim Ahner als Vertreter des Schulträgers (die Stadt Oberndorf) schildert: An besagtem Freitag wurde in der benachbarten Karl-Wider-Schule eine neue Brandmelde-Anlage installiert. Zu dieser Anlage gehört auch ein Amok-Knopf. Die ausführende Firma wollte die neue Brandmelde-Anlage testen, und man beschloss dabei auch, die Funktionstüchtigkeit des Amok-Melders zu überprüfen.

Der Hausmeister der Karl-Wider-Schule wurde von der Firma informiert und damit beauftragt, das entsprechende technische Personal aller zugehörigen Schulen über die Probealarme zu informieren. Denn, das erklärt Matthias Lehmann von der Polizei in Oberndorf, die Schulen des Schulzentrums (Realschule, Gymnasium, Ivo-Frueth-Schule und Karl-Wider-Schule) sind über die Anlage zusammengeschaltet. Wenn in einer Schule der Alarm ausgelöst wird, geht er auch in den anderen Schulen los.

Das Informieren über den Probealarm, so Ahner, erledigte der Hausmeister der Karl-Wider-Schule korrekt. Das zuständige technische Personal vom Gymnasium allerdings vergaß, besagte Informationen an die einzige Klasse weiterzugeben, die an dem Nachmittag noch im Unterricht saß. So sperrte sich die Klasse nach der automatischen Amok-Durchsage im ihrem Klassenzimmer ein und suchte unter den Tischen Schutz – im Glauben, es handle sich um einen echten Amoklauf. Der Lehrer informierte unterdessen die Notrufzentrale per Handy.

Die Notrufzentrale wiederum verständigte die Oberndorfer Polizei, die vom Probe-Alarm wusste. Die Oberndorfer Polizei nun informierte den zuständigen technischen Mitarbeiter des Gymnasiums und bat darum, in die Klasse zu gehen und die Situation aufzuklären. Zudem rief die Polizei auch den Lehrer an. Bevor jedoch ein Gespräch mit ihm zustande kommen konnte, war der Gymnasiums-Mitarbeiter bereits an der Klassenzimmertür und öffnete sie mit einem Schlüssel von außen. Das löste offenbar bei manchen Schülern die größten Schreckensmomente aus.

Ulrich Dörr hat die betreffende Klasse gestern besucht, um den Schülern die Situation vom Freitag zu erklären. Auch, "damit sie die Vorfälle besser verarbeiten könnten", wie Dörr sagt.

 
 
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