Oberndorf a. N. Räte holen sich Parkhaus-Inspiration
Schwarzwälder-Bote, 27.04.2012 21:00 Uhr
Man schaut und prüft: die Mitglieder des Technischen Ausschusses im Parkhaus in Horb. Foto: WagnerFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Hans-Dieter Wagner
Oberndorf. Was für Außenstehende wie eine Kaffeefahrt angemutet haben muss, war für Mitglieder des Oberndorfer Gemeinderats eine Exkursion in die Welt verschiedener Parkhaustypen. Man wollte sich Inspiration für den Neubau in der Wettestraße holen. Auch wenn es äußerlich kaum Unterschiede gibt, Bürgermeister Hermann Acker und der Technische Ausschuss des Gemeinderats stellten fest: Parkhaus ist nicht gleich Parkhaus. Unter der Führung von Architekt Dietrich Hopf besichtigte das Gremium das Parkhaus der Stadt Horb mit der dazugehörenden Bahnunterführung, das "Metropol" in Tübingen sowie die Häuser "Bantlinstraße", "Lederstraße" und "Obere Wässere" in Reutlingen. Neben fachkundigen Erläuterungen durch Hopf und Stadtbaumeister Hans-Joachim Thiemann gab es in den einzelnen Parkhäusern auch die Möglichkeit, mit den jeweiligen Betreibern zu sprechen, um Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Bauweisen und Ausführungen auszuloten.
Durch die Erstellung direkt am Hang, wie es auch in der Oberndorfer Wettestraße auch der Fall sein wird, bot sich das Horber Projekt besonders als Muster an. Hier schreckte die Gemeinderäte allerdings die Qualität des Bauwerks ab, weil an dem erst 2006 gebauten Objekt bereits starke Korrosionsschäden und Mängel vorhanden sind. Außerdem würde "eine solch profane Bauweise" keinesfalls ins Oberndorfer Stadtbild passen, war zu hören. Das Parkhaus solle schließlich die "Visitenkarte" Oberndorfs werden, erläuterte Hopf.
Die Besichtigung der weiteren Objekte in Tübingen und Reutlingen brachte den Teilnehmern der Besichtigungstour viele wichtige Erkenntnisse, die beim Bau bedacht werden sollten. Auch die Nachhaltigkeit spielt hier eine große Rolle, Umweltgesichtspunkte sollen gleichberechtigt zu sozialen und auch wirtschaftlichen Gesichtspunkten sein. Die Überlegungen reichen hier von der Bauweise selbst, über die Fassadengestaltung bis hin zur Innenausstattung, zu der auch die Aufzüge, die entsprechende Beleuchtung und die Aussehen der Zugänge gehören.
Über eines war man sich am Ende der Fahrt aber schon einig – nämlich über die Überdachung der obersten Parketage. Alle Parkhaus-Betreiber rieten nämlich dazu. Diejenigen, die diese nicht schon von Anfang an eingeplant hatten, holten das Versäumnis nach kurzer Zeit nach, da man Kosten für den Winterdienst und Beseitigung von Folgeschäden durch Wasser unterschätzt hatte.
Die Räte haben nun die Möglichkeit, das Großprojekt in den Fraktionen zu besprechen, um der Verwaltung Vorschläge machen zu können. Es wird ein schwieriger Prozess werden, geht es doch auch um Gesamtkosten von insgesamt mehr als drei Millionen Euro, die geschultert werden müssen.
Hopf war allerdings guten Mutes, dass die Arbeiten zum ersten Bauabschnitt im kommenden Winter ausgeschrieben werden können und bereits im Januar 2013 die Bagger anrücken, um den Weg für den Neubau Parkhaus Wettestraße zu ebnen. Anfang 2014 sollten die Arbeiten beendet sein.
Dann können die Oberndorfer Bürger und die Besucher der Stadt das neue Objekt nutzen.


