
Von Claudia Holzer-Rohrer
Oberndorf-Bochingen/Boll. "Tränen und Brot" – so lautete das Leitwort der ökumenischen Bibelwoche, in der Christen aus Bochingen und Boll anhand von sieben Psalmen Gottes Wort nachspürten und sich mit seiner Botschaft auseinandersetzten.
"Wer sich mit dem Wort Gottes beschäftigt, der erlebt Veränderung – in den eigenen Einstellungen und Ansichten, im Verständnis des Wortes und im Miteinander der Begegnung", fasste Pfarrer Stefan Kröger die vier Abende zusammen.
Da jeder Abend thematisch eine Einheit bildete, besuchten die Teilnehmer teils alle Veranstaltungen, teils nur einzelne Runden, was einen wechselnden Kreis und damit einen vielfältigen Austausch zur Folge hatte. Als "Worte, die uns gegeben werden, wenn man selbst keine Worte findet" oder als "Gestalt gewordenes Gebet" lernten die Teilnehmer die Psalmen kennen und erfuhren mehr über den Psalmbeter, der sich "im Prozess des Betens verändert und eine Entwicklung durchmacht". Das Miteinander war geprägt von Partner- und Kleingruppenarbeit, von Diskussionen, individueller Textanalyse, Meditation, Gesang, Film, kreativen Einzelphasen und vergleichender Bibelarbeit.
"Die Psalmen sind für das Leben, weil sie aus dem Leben sind" – das betonten Pfarrer Stefan Kröger und Dekan Albrecht Zepf, die in den Gemeindehäusern von Boll und Bochingen die Bibelabende vorbereiteten und leiteten. "In Gottes Wort die neue Pespektive erkennen, ihm Raum geben zur Entfaltung, um Antwort geben zu können", so die Auslegung von Psalm 118 beim Einführungsgottesdienst. Das war die Grundstruktur der Bibelabende, die Klage und Lob, Alter und Not, Sehnsucht und Segen zum Thema hatten und deutlich machten, dass die Psalmen die Menschen im Alltag abholen und sich als nützliche Hilfen erweisen können.
Mit Aufwärmrunde (Standortbestimmung im Glauben), Startphase (Zuwendung zum Herrn) und Schlussspurt (Vertrauen auf den Herrn) nahm Pfarrer Kröger beim ökumenischen Abschlussgottesdienst das Bild des Sportlers auf, um die Gläubigen mit "neuer Zuversicht" in die Woche und in den "Lauf durch den Alltag" zu schicken.