Oberndorf a. N. Pfarrer Stefan Kröger suspendiert
Karin Zeger, 01.08.2012 06:12 Uhr
Pfarrer Stefan Kröger bei seiner Amtseinführung am 8. November 2009.Foto: Sikeler
Oberndorf-Boll - Bolls Pfarrer Stefan Kröger wurde vom Dienst suspendiert, seit Dienstag läuft ein Disziplinarverfahren gegen ihn. Die Kirchenrätin Kathrin Nothacker informierte am Sonntag die Kirchengemeinde im Gottesdienst.
"Pfarrer Stefan Kröger kann seinen seelsorgerischen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen", heißt es in der offiziellen Stellungnahme der evangelischen Landeskirche in Württemberg. "Pfarrer Kröger hat eine Beziehung mit einer Mitarbeiterin der Kirchengemeinde", so der Pressesprecher der Landeskirche, Oliver Hoesch. Aus diesem Grund habe man ihn vergangene Woche vom Dienst suspendiert und gestern das Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet. "Das geht jetzt alles seinen geordneten Gang", so Hoesch weiter.
Kirchenrätin informiert vor Ort
Die Kirchenrätin Kathrin Nothacker sei am Sonntag vor Ort gewesen und habe die evangelische Gemeinde in Boll informiert und geschildert, was vorgefallen sei.
Derzeit sei der Oberkirchenrat dabei, eine "Lösung für Boll zu finden". Aber das könne dauern, so Hoesch. Die Planungen vor Ort laufen über das evangelische Pfarramt. Hier hat man für den Gottesdienst mit Taufe am kommenden Wochenende eine Prädikantin eingeteilt. "Der Betrieb läuft weiter", sagt Hoesch.
Stefan Kröger kam am 1. September 2006 als "Pfarrer zur Anstellung" nach Boll, seine Investitur fand im November 2009 statt. Das Interesse an seiner Amtseinführung war groß. Stefan Kröger hat seine Arbeit damals dem "Gemeindeaufbau" verschrieben. Dabei ging es ihm nicht nur darum, mehr Leute in die Kirche zu bekommen. "Der Glaube soll das Fundament im Leben eines jeden Menschen sein", so Stefan Kröger im Jahr 2009.
Die Boller Kirchengemeinde hat Stefan Kröger als sehr engagiert erlebt. 50 Prozent seiner Arbeitszeit verbrachte er bei Einsätzen in der Schule und als Gefängnispfarrer.



Eben nicht ganz neutral....
@neutraler Mensch: Teilweise gebe ich Ihnen Recht. Die Schlagzeile 'Evangelischer Pfarrer aus Boll vom Dienst suspendiert', würde die Sache nicht wirklich besser gemacht haben. Sie hätte aber einer unabhängigen Tageszeitung um ein Vielfaches besser zu Gesichte gestanden und den Bericht etwas 'neutraler' erscheinen lassen. Ihre Begründung jedoch finde ich EBEN GAR NICHT NEUTRAL! Diese wundert mich: Steht NUR Herr Kröger im öffentlichen Leben - oder nicht AUCH die Kirchenmitarbeiterin - spätestens seit Bekanntwerden der Affäre EBENSO?? Hat NUR HERR KRÖGER den Ehebruch begangen - oder nicht auch die Kirchenmitarbeiterin?? Wer sagt, dass HERR KRÖGER DIE HAUPTSCHULD TRÄGT (und nebenbei selbst schuld ist, wenn sein Name in der Zeitung erwähnt wird)? Und das Foto, das vor Jahren zu einem freudigen Anlass entstanden ist und jetzt dazu mißbraucht wird, zu suggerieren, dass der Seelsorger sich zu allem Übel noch erlaubt, in die Kamera zu grinsen?? Das ist und bleibt für mich kein fairer Journalismus... Lassen wir es nun gut sein und die Gemüter sich beruhigen....
Neutral?
Sie haben recht. Man hätte den Namen nicht im Schwabo bringen müssen. Man hätte auch schreiben können: Ein evangelischer Pfarrer aus Boll. Wenn man im öffentlichen leben steht muss man eben damit rechnen auch beim Namen genannt zu werden.
Neutral?
Neutrale und handwerklich, journalistisch solide Berichterstattung bedeutet doch, dass die Privatsphäre (Namen, Foto) Tabu ist. Aus Rücksicht auf die Familien (KINDER!!) beider Parteien, hätte man auf Namensnennung und das Foto verzichten können, ja geradezu MÜSSEN. So weit geht nämlich die Informationspflicht einer 'unabhängigen Tageszeitung' nicht. Sonst muss sich der Leser konsequenterweise fragen: Wo ist das Foto und der Name der Kirchenmitarbeiterin (und 'MIt-Täterin') im Bericht??