Oberndorf a. N. Mit 2000 Euro ist man dabei

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Vertreter der Bürger-Energie Zollernalb stellen die Details zum Photovoltaik-Projekt in Boll vor. Foto: Holzer-Rohrer Foto: Schwarzwälder-Bote

"Strom von Boll für Boll" – unter diesem Thema stand der Informationsabend, zu dem die Bürger-Energie Zollernalb aus Geislingen geladen hatte.

Oberndorf-Boll. Konkreter Anlass war die Photovoltaik-Anlage auf der stillgelegten Erddeponie, welche voraussichtlich noch Ende dieses Jahres – spätestens aber im Januar 2017 in Betrieb gehen soll. Die Vorzeichen für die Installation erneuerbarer Energiequellen hinsichtlich dezentraler Positionierung stimmen, und so hat die Stadt Oberndorf das Projekt ausgeschrieben, wobei die Bürger-Energie Zollernalb den Zuschlag erhielt.

Die Vermarktungsphase sei erreicht, stellten die beiden Vorstandsmitglieder Albert Eberhart und Klemens Jakob die noch junge Genossenschaft vor, erklärten die Modalitäten der Bürgerbeteiligung und standen den Interessierten Rede und Antwort. Mit dabei war auch Vertriebsleiter Stefan Eberhart und weitere Ressortleiter der Firma Solera – ansässig in Geislingen-Binsdorf. Die Tochterfirma der Preuhs Holding hat als Spezialist zukunftsfähiger Energiekonzepte auf Basis von Systemverknüpfungen und innovative Ideen auf sich aufmerksam gemacht und wird die Anlage aufbauen. Diese wird mit 920 kWp (Kilowatt Peak) beziffert, was den Stromverbrauch für die gesamte Ortschaft abzudecken vermag.

Das Gesamtvolumen der Investition beträgt 1000 Euro pro Kilowatt. Die Beteiligung als Genossenschaftsmitglied ist bereits mit 2000 Euro möglich – gemäß dem Prinzip des Zusammenschlusses vieler Menschen vor Ort, um für einen gemeinsamen Nutzen zu wirtschaften. 200 Euro machen den Geschäftsanteil aus, die restlichen 1800 Euro sind nachrangiges Darlehen für das Energieprojekt. Für jedes Projekt wird der Zinssatz gesondert kalkuliert. Wobei "lieber geringere Erträge versprochen werden, die mit gutem Gewissen langfristig sichergestellt sind", hieß es.

Momentan liege die Variabilität – bestimmt durch die gesunkene Einspeisevergütung – zwischen 2,75 und sechs Prozent, wobei – gemäß dem Genossenschaftsgedanken – alles, was gemeinsam solide erwirtschaftet wird, auch an alle Mitglieder wieder verteilt werde. Die potenziellen Investoren werden im Zwiebelschalenmodell angesprochen, was bedeutet, dass diejenigen zuerst zum Zuge kommen sollen, die in unmittelbarer Nähe der Projektrealisierung wohnen. Der Kreis erweitert sich dann so lange, bis das Kostenvolumen gedeckt ist. Somit wird das "Kirchturmdenken" positiv belegt, denn die "Bürger-Energie Zollernalb" räumt nicht dem globalen Denken die Priorität ein, sondern zeigt sich überzeugt, dass nur durch lokales Handeln eine globale Veränderung erzeugt werden kann. Das gehe nicht durch Gewinnmaximierung um jeden Preis, sondern durch optimale Nutzenstiftung. Deshalb habe jedes Mitglied eine Stimme – unabhängig von der Anzahl der gehaltenen Anteile.

Regionaler Klimaschutz, Veränderung der Energielandschaft, Übernahme von Bürgerverantwortung durch Beteiligungen und der Ausbau von erneuerbarer Energien finden sich unter den Zielformulierungen der Bürger-Energie. Vorgestellt wurden die bislang realisierten Projekte in Sachen Photovoltaik.

So passt es auch in die Mission, "gemeinsam die Energiewende vor Ort zu unterstützen", dass bei der Planung und Umsetzung bevorzugt Firmen aus der Region zum Zuge kommen. Vertriebsleiter Stefan Eberhart ging ein auf die technischen Daten der Anlage, die Bauweise und die Beschaffenheit der Module. Bei der Vorstellung der Firma "Solera" (Sol und Era bedeutet Zeitalter der Sonne) wird deutlich, dass hier die Zukunft nicht nur vermarktet, sondern auch gelebt wird.

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