Oberndorf a. N. Manege frei für die Okidorf-Artisten
Schwarzwälder-Bote, 22.08.2012 18:02 UhrVon Jennifer Denz, Mara-Lousia Fischer, Jelena Ruf und David Lange
Oberndorf. Selbst die abgebrühtesten Zuschauer im Zirkus Frodiko können nicht ruhig auf den Strohballen sitzen bleiben, wenn die Fakire die Luft im Zirkuszelt mit ihren Flammenfontänen zum Kochen bringen.
Die jungen Zirkusartisten in der Oberndorfer Spielstadt üben unermüdlich ihre atemberaubende Kunststücke, um ihre Zuschauer Tag für Tag aufs Neue zu beeindrucken. Unter der Leitung von Johannes Pfeffer und Klaus "Klausi" Klücklich, der auch im echten Leben als Zirkuspädagoge arbeitet, entscheiden die Kinder selbst, was sie lernen wollen. Die Besucher können sich auf Clowns, Jongleure, Artisten, Fakire, Zauberei und vieles mehr freuen. Neuerdings werden im Zirkuszelt auch die Raubtiere losgelassen.
Für die High Societygibt es sogareine VIP-Lounge
Der Zirkus ist für jedermann gedacht, und so können auch Okidorf-Bürger, die etwas knapp bei Kasse sind, den Zirkus besuchen. Aber natürlich ist auch an die High Society gedacht: Wer nicht allzu sehr auf sein Budget achten muss, der kann sich für 40 Okis einen Platz in der VIP-Lounge reservieren. Die wohlhabenderen Okidörfler genießen die Show in einem abgetrennten Bereich und bekommen kühle Getränke und leckere Snacks serviert. Der Wasserfall im Hintergrund sorgt für frische Luft und eine gemütliche Atmosphäre.
Klausi führt als Zirkusdirektor durch die Vorstellung und kündigt die Artisten an. Dabei wird er immer wieder von seinem Clown Adriano unterbrochen, der unbedingt seine "Fliegende-Fische"-Nummer vorführen möchte. Mit Hilfe der Zuschauer wurde der arbeitssuchende Clown jedoch mehrmals lautstark der Manege verwiesen.
Die erste Vorstellung begann mit der Jonglage. Die jungen Zirkuskünstler zeigten dabei viel Fingerspitzengefühl und eine Menge Übungswillen. Wirklich jedem im Zirkuszelt stockte der Atem, als die Fakire vortraten und sich todesmutig und mit einem selbstsicheren Lächeln und nackten Fußsohlen auf ein mit rostigen und spitzen Nägeln gespicktem Brett traten und legten. Alle drei Fakire zeigten keine Angst, als sie das Nagelbrett mit Glasscherben, die ihnen nichts anzuhaben schienen, tauschten. Einer der drei war besonders von den Fakirkünsten fasziniert, weil diese "Spaß machen und ein großes Maß an Körperspannung erfordern". Besonders beeindruckend war der Mut eines Jungartisten, der sich auf die spitze Scherben legte und sich darüber hinaus ein weiterer Zirkusmitarbeiter auf das Nagelbrett auf seinem Rücken setzte.
Adriano versuchte sein Glück immer wieder, bis er am Ende alle Zuschauer auf seine Seite brachte. Seine "fliegenden Fische" waren ein so großer Erfolg, dass der Zirkusdirektor sie schlussendlich doch ins Programm aufnahm. Wer den Zirkus Frodiko einmal erleben möchte, hat dazu bei zwei Vorstellungen am Tag die Möglichkeit.


