Von Jens Sikeler

Oberndorf. Es war das Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Am Sonntagabend gastierte Dirigent Volker Rückert mit dem Musikverein Brigachtal in der evangelischen Stadtkirche.

Obwohl eigentlich nur Aushilfsdirigent, ist ihm zusammen mit seinem Ensemble Erstaunliches gelungen. Das Konzert gehörte zu den Besten in der Weihnachtssaison.

Dabei entstand die Idee zu dem Auftritt ganz kurzfristig. Eigentlich hätte das Jahreskonzert des Musikvereins der letzte Auftritt der Musiker zusammen mit Rückert sein sollen. "Wieso eigentlich nicht in Oberndorf auftreten?", hatte Rückert gefragt. Seine Kapelle tat ihm gerne den Gefallen.

Als Hauptwerk des Abends hatte Moderatorin Natalie Doser "The Sword and the Crown" angekündigt. Mit seiner Komposition hat der Komponist Edward Gregson das Leben des englischen Königs Heinrich IV vertont.

Das war nicht eben arm an Dramatik und so klang das Stück dann auch. Besonders gut gelang der Kapelle der vierte Satz. Paukenschläge künden dort vom Aufeinandertreffen zweier Armeen. Die Wucht des Aufeinandertreffens, der Schlachtenlärm, Verzweiflung und Hoffnung – das Alles machten Rückerts Musiker hör- und fühlbar. Der Dirigent selbst hatte noch einen anderen Favoriten im Programm. "The Da Vinci Code" ist die Musik zum gleichnamigen Film. Er beschrieb es als ein "zurückhaltendes Stück, das hier eine große Wirkung entfaltet". Dem ist eigentlich Nichts hinzuzufügen. Zu hören bekamen es das Publikum in der gut besuchten Kirche gleich zwei Mal – die Kapelle spielte es auch als Zugabe.

Die Geschichte zweier Schwestern, von denen eine als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden soll, erzählt das Stück "Die Hexe und die Heilige". Der Auftakt ist düster und mysteriös. Dann nimmt das Stück Fahrt auf. Die Kapelle spielte dabei unglaublich wuchtig auf, so dass es schwer fiel, sich der Wirkung des Stückes zu entziehen. Und weil ein Weihnachtskonzert ohne ein Weihnachtslied kein Weihnachtskonzert wäre, stand auf dem Programmzettel auch noch die "Winterrose", ein Medley bekannter Weihnachtslieder. Die Kapelle unterbrach dabei immer wieder ihr Spiel.

In den Pausen setzte sich Doser kritisch mit dem Konsumglauben während der Weihnachtszeit auseinander.