
Oberndorf - Dunkle Wolken, aber auch Lichtblicke prägten das 26. Stadtfest. Regen, Kühle und die fehlende Stadtfest-Atmosphäre trübten die Stimmung, starke Musikgruppen, allen voran "PJ & Harry", hellten diese aber doch immer wieder kräftig auf.
Eines ist aber auch sicher: Das Stadtfest 2011 hat die Diskussion "oben oder unten" angeheizt, auch wenn Bürgermeister Hermann Acker diese Debatte lieber den Stuttgartern in Bezug auf deren Bahnhof überlassen sehen wollte. Darin waren sich die meisten Stadtfestbesucher einig: Mit den früheren Stadtfesten in der Oberstadt hat dieses Fest am Klosterbau nicht mehr viel gemein. Allerdings ist auch zu konstatieren, dass die Kernstadtvereine bis auf die Stadtkapelle und die Feuerwehr den Tourismus Verein, der viel Arbeit und Herzblut in die Organisation des Fest steckt, auch etwas im Stich lassen. Anzeichen deuten jedoch darauf hin, dass sich bis zum nächsten Stadtfest etwas bewegen könnte.
Nun aber zu den positiven Höhepunkten. Da muss an erster Stelle "PJ & Harry" genannt werden. Zweieinhalb Stunden lang zogen Jörg Rinker, Harry Brehm, Achim Scheerer und Marco Holländer Freitagnacht ohne jegliche Pause im Klosterhof vor einigen hundert begeistert mitgehenden Fans alle Register ihres Könnens und boten eine grandiose Rock-Performance. Im professionellen Ambiente der neuen, vom Schwarzwälder Boten gesponserten Bühne liefen "PJ & Harry" zur Höchstform auf, rissen ihre Zuhörer so mit, dass viele vor der Bühne abtanzten. Als es kurz nach Mitternacht zu regnen begann und die Band den Prince-Jahrhunderthit "Purple Rain" in einer ungeheuer intensiven Interpretation anstimmte, dürfte vielen Fans ein Schauer über den Rücken gelaufen sein. Da war es auch verständlich, dass die Band "Los Krawallos" auf der Klosterbaubühne einen recht schweren Stand hatte.
Der Stadtfest-Samstag startete nachmittags mit blauem Himmel, Sonne und vielen Besucher verheißungsvoll. Auch auf dem Rummelplatz am Neckar tummelten sich viele Familien mit ihren Kindern, aber auch zahlreiche Jugendliche und genossen das teilweise atemberaubende Tempo der Fahrattraktionen. Während im Klosterhof Bands der Oberndorfer Musikinitiative mit ganz harten Beats das ehrwürdige Klostergebäude in seinen Grundfesten erbeben ließen, sorgte die Band "Acoustic Revolution" auf der Klosterbaubühne mit ihrem authentischen Bluegrass, Country und Classicrock für Stimmung. Die "Basin Street Band" der italienischen Partnerkapelle verwöhnte beim Stand der Stadtkapelle die Freunde des Jazz mit anspruchsvoller Swing- und Jazzmusik. Als am späten Abend Regen einsetzte, flüchteten die Festbesucher in die Hütten und Zelte der Vereine, und bei der Stadtkapelle heizte die italienische Rock-Gruppe "Free Spirit Band" im Laborantenbau den Gästen kräftig ein.