
Von Maja Dick
Oberndorf. Diese Finanzspritze kommt gut an: Die neuapostolischen Gemeinden des Kirchenbezirks Dornhan haben die Hälfte der Besucher- und Teilnehmer-Spenden ihrer Benefizkonzerte in der Oberndorfer Klosterkirche an das Kompetenznetz Demenz in Oberndorf und Raumschaft (KONEDO) weitergegeben.Die Übergabe von satten 3300 Euro (inklusive einer kleinen Aufstockung durch das Missionswerk der neuapostolischen Kirche) fand im Oberndorfer Rathaus im Beisein von Bürgermeister Hermann Acker statt. Siegfried Maier, stellvertretender Leiter des Kirchenbezirks, warf bei der Übergabe des Schecks an Steffen Woop, Einrichtungsleiter vom Altenzentrum Oberndorf und Ansprechpartner für KONEDO, einen Blick zurück auf 13 Jahre Benefizkonzert – in der Vorweihnachtszeit des Jahres 1999 hatte das Konzert zum ersten Mal stattgefunden. Nur wenige "Aussetzer" habe es gegeben, wie Maier schmunzelnd berichtete, weil in der Klosterkirche umgebaut worden sei. Da sei man dann unter anderem nach Alpirsbach ausgewichen.
Rund 74 000 Euro seien in all diesen Jahren an Spenden zusammengekommen, die man stets weitergegeben habe – zum Beispiel an die Ivo-Frueth-Schule, die Hospizgruppe oder die Kurzzeitpflege des Oberndorfer Krankenhauses. Die Suche nach einem "geeigneten" Spendenempfänger sei übrigens jedes Jahr aufs Neue nicht gerade einfach, bekannte Maier: "Es gibt viele Einrichtungen, die es verdient hätten."
Steffen Woop erklärte, wofür das Geld genutzt werden soll. KONEDO will in der ersten Jahreshälfte des laufenden Jahres sogenannte "Demenzpaten" schulen. Diese Demenzpaten sollen Ansprechpartner für Demenzkranke und deren Angehörige in Oberndorf, den Oberndorfer Stadtteilen sowie in Epfendorf und Fluorn-Winzeln sein.
Besonders in kleineren Orten bestehe Bedarf, da es keine Beratungsstelle – wie es zum Beispiel "Leben und Wohnen im Alter" in der Oberndorfer Kernstadt ist – gebe, erklärte Woop. Zudem sei die Scham, mit der Krankheit aufzufallen, sehr groß in der Gesellschaft – obwohl das Thema immer mehr zum Brennpunktthema werde. Deshalb seien geschulte Ansprechpartner immer wichtiger. Sie sollen beratend zur Seite stehen, helfen, nach geeigneten Unterstützungsmöglichkeiten zu suchen und zudem den Leitgedanken von KONEDO – die Gestaltung einer demenzfreundlichen Kommune – weitertragen.
Ein Kompliment für die Benefizkonzerte und die Spendenbereitschaft gab es von Hermann Acker: "Es gibt wenige Veranstaltungen, die so beliebt sind", sagte er und spielte auf die doppelte Ausführung an, in der die Konzerte seit einigen Jahren jeweils samstags und sonntags stattfinden. Maier erklärte, wie es dazu kam: Aufgrund der extremen Nachfrage – schon weit vor Konzertbeginn habe es immer lange Besucherschlangen vor der Klosterkirche gegeben – hatte man sich irgendwann entschlossen, an zwei Tagen hintereinander aufzutreten. "Und siehe da", so Maier weiter, "auch zwei Veranstaltungen füllen sich."
"Da freuen wir uns schon auf die nächsten Konzerte", sagte Acker und betonte, dass die Stadtverwaltung froh sei, die Klosterkirche als Veranstaltungsort "beisteuern" zu können.
Die andere Hälfte der Spende – ebenfalls 3300 Euro – gibt die neuapostolische Kirchengemeinde an die Demenzgruppe im Seniorenheim der Bruderhausdiakonie in Alpirsbach weiter.