Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Oberndorf a. N. Bauamt erteilt Schülern eine Absage

Von
Die Achtklässler der Realschule dürfen ihr Räume nicht verschönern. Das Bauamt der Stadt hat etwas dagegen. Foto: Danner

Oberndorf - Am Anfang stand eine tolle Idee. Am Ende bleiben traurige Schüler, verärgerte Eltern und frustrierte Lehrer. Die Achtklässler der Realschule dürfen ihr Räume nicht verschönern. Das Bauamt der Stadt hat etwas dagegen.

Im Bildungsplan der Realschulen ist für die achten Klassen das Projekt "Wirtschaften, Verwalten und Recht" verankert. Lehrerin Anna Kleinhans machte sich also vor Monaten mit ihren Schülern ans Werk.

Sie sollten Etwas auf die Beine stellen, mit dem sie eigenverantwortlich Geld erwirtschaften und damit ein vorher festgelegtes Ziel umsetzen können. Ein Zweck war schnell gefunden. Die 14-Jährigen wollten ihr Schulhaus verschönern, berichtet Anna Kleinhans im Gespräch mit unserer Zeitung.

Also stellten sich die Schüler zwei Samstage lang in einen Supermarkt, warben bei dessen Kunden für ihre Sache und halfen ihnen dabei, die Einkäufe einzupacken. Viel Lob hätten sie von den Menschen für die Eigeninitiative zu hören bekommen, sagt Kleinhans. Am Ende waren 900 Euro in der Projekt-Kasse. Dazu kamen noch Spenden von Sponsoren in Höhe von 400 Euro.

Mit dem Geld wollten sie unter anderem Farbe kaufen, um das eigene Klassenzimmer zu streichen, Sitzmöbel für den Aufenthaltsraum beschaffen, die Säulen in der Pausenhalle verschönern und die betongraue Wand neben dem Verkaufsraum mit farbenfrohen Motiven versehen.

Sie riefen sogar einen schulinternen Wettbewerb aus, bei dem jede Klasse argumentieren konnte, weshalb auch ihr Raum gestrichen werden sollte. Gewonnen hat ihn die Klasse 9b.

Nun gehört zum Projekt auch der Bereich Recht. Deshalb fragten sie bei der Stadtverwaltung nach, ob sie ihre Ideen umsetzen dürfen. Das war im Januar, berichtet ihre Lehrerin. Im März habe es dann schließlich einen Termin gegeben. Ein Mitarbeiter des Hochbauamts kam zum Gespräch in die Schule. Mit den Jugendlichen habe er allerdings nicht reden wollen, lediglich mit Anna Kleinhans und dem kommissarischen Schulleiter Gregor Cron. Das habe sie schon schade gefunden, erklärt die Lehrerin.

Von den Ideen, die die Schüler hatten, sei am Ende nichts mehr übrig geblieben. Lediglich ein Sofa für 800 Euro, das der verlangten Brandschutzklasse entspreche, durfte angeschafft werden. Kleinhans, die auch Kunst unterrichtet, sei gar gefragt worden, ob sie adäquate Arbeiten vorweisen könne. Schließlich sei die Wand neben dem Verkaufsraum im Außenbereich und damit von öffentlichem Interesse. Von den organischen Formen der von ihr gezeigten Arbeiten sei der städtische Mitarbeiter wenig begeistert gewesen. Wenn überhaupt, müssten es geometrische Formen sein. Und außerdem müsse das erst einmal der Gemeinderat absegnen. Der sei ohnehin sehr konservativ.

Boden könnte mit Farbe verkleckert werden

Aber auch im Innern der Schule hätten die Mädchen und Jungen nicht tätig werden dürfen. Klassenzimmer dürften nur professionell gestrichen werden, habe die Begründung dagegen gelautet. Kleinhans sah sich nach einer Alternative um und schlug den Einsatz von sogenannten Akustikfilzplatten vor, die gleichzeitig als Pinnwand genutzt werden könnten. Davon habe der Mann vom Hochbauamt aber erst einmal eine Computeranimation von ihr sehen wollen. Die Säulen in der Pausenhalle dürften ebenfalls nicht verschönert werden. Der Boden könnte mit Farbe verkleckert werden.

Ihre Schüler seien nun total gefrustet, berichtet Anna Kleinhans, deren Eltern verärgert. Die engagierten Lehrerkollegen würden auch bei anderen Gelegenheiten immer wieder ausgebremst. Viele stellten deshalb Versetzungsanträge. Und Schüler gingen mittlerweile lieber in andere Realschulen, die schöner seien. "Es ist ein Kampf gegen Windmühlen." Das Mobiliar in den Klassenzimmern habe zum Teil 40 Jahre auf dem Buckel.

Kleinhans will nun die verbleibenden 500 Euro nehmen und mit ihren Schülern einen Ausflug machen. "Es bleibt uns ja nicht viel anderes übrig."

Artikel bewerten
43
loading
 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Kommentarregeln

Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.

  1. Passwort vergessen?
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!
  1. null

loading