
Von Tobias Lupfer Oberndorf. Stehen die Freien Wähler bei der Landtagswahl 2011 erstmals auf dem Stimmzettel oder nicht? Diese Frage soll am heutigen Samstag die Mitgliederversammlung der im Mai gegründeten Landesvereinigung Freie Wähler Baden-Württemberg in Oberndorf (Kreis Rottweil) klären.
"Ich bin da durchaus guter Dinge. Es ist wahrscheinlich, dass wir daran teilnehmen werden", sagte Geschäftsführer Jörg Stimpfig gestern unserer Zeitung. Am Donnerstagabend habe es bereits eine Versammlung der designierten Kandidaten für die Landtagswahl gegeben. Zu denen, die sich für eine Kandidatur bereit erklärt hätten, gehört laut Stimpfig der Rottweiler Stadtrat Dieter E. Albrecht. Zwei Drittel der Wahlkreise könnte die Landesvereinigung um ihren Vorsitzenden Ulrich Mentz bereits mit potenziellen Kandidaten abdecken.
Verursacht durch die Streitfrage, ob die bislang lediglich auf kommunaler Ebene aktiven Freien Wähler auch an Wahlen auf Landes- und Bundesebene teilnehmen sollen, gibt es in Baden-Württemberg derzeit gleich drei Organisationen, die als Freie Wähler firmieren: Der seit 1956 bestehende Landesverband der Freien Wähler unter Heinz Kälberer lehnt die Beteiligung an Landtagswahlen strikt ab. Im Mai gründeten sich daraufhin die Landesvereinigung der Freien Wähler Baden-Württemberg sowie die "Vereinigung der freien Wähler Gemeinschaften". "Wo Freie Wähler draufsteht sind auch Freie Wähler drin", betonte Stimpfig, der Kälberer vorwirft, mit dem Landesverband nur gut ein Viertel der Ortsverbände zu vertreten.
Sollten die Mitglieder der Landesvereinigung heute für eine Teilnahme an der Landtagswahl stimmen, prophezeite Stimpfig "einen Sturm in der Stube": Die potenziellen Kandidaten zeigten "sehr großes Engagement", man habe sogar schon über die Gestaltung von Wahlplakaten diskutiert. "Es herrscht Aufbruchstimmung." Doch, so relativierte der Geschäftsführer, es würde den Mitgliedern auch keiner übel nehmen, falls sie sich gegen eine Wahlteilnahme entscheiden sollten.