Stuttgart - Die Weichen sind gestellt: Wolfgang Schuster (CDU) soll anlässlich des Ausscheidens aus dem Oberbürgermeister-Amt zum Ehrenbürger von Stuttgart gekürt werden – wie es auch seinem Vorgänger Manfred Rommel zuteil geworden ist. Am 20. Dezember will Verwaltungsbürgermeister Werner Wölfle (Grüne) dafür die Zustimmung des Gemeinderats einholen. Dass er sie erhält, ist unzweifelhaft. Trotzdem sind in der Beschlussvorlage, die kraft Zuständigkeit von Wölfle vorgelegt wird, die Verdienste und Beweggründe des Noch-Oberbürgermeisters so umfänglich und liebevoll aufgelistet, wie es Schuster selbst kaum hätte besser machen können.

So wird darauf abgehoben, dass die Stadt ein modernes und attraktives Image habe und junge Leute bestmögliche Bildungsangebote bekämen. Dass die einstigen Schuldenberge dank strikter Ausgabendisziplin abgebaut werden konnten. Dass große Projekte realisiert wurden, als deren eigentlicher Motor der OB gelte. Dass überall in der Innenstadt neue Zentren zum Einkaufen, Wohnen und Leben entstehen. Schuster habe Stuttgart international vertreten und dazu beigetragen, dass die Stadt im globalen Wettbewerb hervorragend dastehe. „Er hat besondere Akzente in der Umwelt- und Energiepolitik gesetzt“, heißt es. Sein Einsatz sei außergewöhnlich und unermüdlich gewesen.

Da kann es nicht überraschen, dass Schuster die Amtszeit noch auskostet. Am 4. Januar, einen Tag vor seiner Verabschiedung im Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle, plant er noch an einer Pressekonferenz über die Verbesserung der Telefonzen­trale der Stadt mitzuwirken, heißt es im Rathaus. Man habe ihn sogar mühsam davon überzeugen müssen, dass er am Tag vor seiner Verabschiedung in seinem Dienstzimmer freie Bahn für die Maler schaffen sollte. Denn wenn am 7. Januar der neue OB Fritz Kuhn (Grüne) einzieht, sollen die Wände im Büro frisch gestrichen sein.