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Nusplingen Neben Noten liest sie auch mal Krimis

Schwarzwälder-Bote, vom 19.01.2012 18:03 Uhr

Von Christoph Holbein

Nusplingen. "Ich möchte gerne weiter die Musik machen, die mir Spaß macht", sagt Stephanie Simon. Die Aufgabe als neue Leiterin der "Bäraspatzen" und des Kirchenchors scheint da genügend Raum zu bieten. Jedenfalls hat die 32-Jährige "sehr viel" Freude.

Bei den "Bäraspatzen", die sie seit November vergangenen Jahres betreut, hat die aus Kronach in Oberfranken stammende Sängerin "sehr viel Potenzial" entdeckt: "Ich arbeite mit den Kindern ganz anders, als ich das als Solistin tue." Stephanie Simon studierte von 2001 bis 2008 an der Musikhochschule in Würzburg Gesang und musikdramatische Darstellung, ein Fach, das auf die Opernbühne vorbereitet.

Eine Oper möchte sie auch mit ihren Schützlingen einstudieren: "Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck – mit Kollegen von ihr als Solisten und den "Bäraspatzen" als Chor: "Wir bearbeiten das Werk so, dass es von der Länge her für Kinder passend ist." Im Herbst soll das Vorhaben über die Bühne gehen.

Durch "Zufall" ist die 32-Jährige, die drei Jahre lang als Musiklehrerin an verschiedenen Gymnasien tätig war, in der Region "gelandet", weil ihr Freund aus der Gegend stammt. Seit Oktober vergangenen Jahres lebt sie in Rottweil und wirkt als freie Mitarbeiterin an der Jugendmusikschule Zollernalb in Dotternhausen, wo sie im Bereich Stimmbildung und Gesang arbeitet. Durch ihre Lehrtätigkeit bekam sie auch Kontakt nach Nusplingen, weil das ein Unterrichtsort der Jugendmusikschule ist. So fragte sie der Vorsitzende des Kirchenchors, ob sie die "Bäraspatzen" übernehmen wolle, da die bisherige Leiterin, Jacqueline Borchert-Seng, in die Babypause gegangen war. In "einem Aufwasch" nahm sie dann Anfang dieses Jahres den Kirchenchor unter ihre Fittiche. Auch dort begrüßten sie die Sänger "sehr herzlich": "Manfred Maute, mein Vorgänger, hat tolle Arbeit geleistet, darauf kann ich wunderbar aufbauen." Dabei will sie das "eine oder andere" verändern und ihre eigenen Ideen einbringen. Als Solistin wird sie weiterhin konzertieren. So ist sie zusammen mit Jacqueline Borchert-Seng am 25. März in der Friedhofskirche in Nusplingen bei einem Liederabend zu hören. Lieder singt sie "sehr gerne" – von Schubert, Schumann und ihrem Lieblingskomponisten Hugo Wolf. Mit einer Freundin bildet sie das Duo "Sopresso": Die zwei Sopranistinnen gastieren im Duett unter anderem mit Werken von Dvorák, Mendelssohn und Brahms.

In ihrer jungen Karriere hat sie erfahren, wie hart das Musiktheatergeschäft ist: "Du benötigst sehr viel Durchhaltewillen und noch mehr Glück." Die Arbeit in Nusplingen ergänzt da: "Das ist das Schöne an meinem Beruf, dass er so vielseitig ist und ich auf unterschiedliche Arten an die Musik herangehen kann." Wie viel die Kinder musizieren, hat sie überrascht: "Das muss erhalten bleiben, sonst haben wir in 20 Jahren keinen mehr, der im Kirchenchor singt." Zumal "Singen das älteste Instrument ist, was die Menschen kennen". Sie übt ihr Instrument in der Regel täglich zwei bis drei Stunden, mehr ist körperlich nicht durchzuhalten, denn "Operngesang ist Hochleistung". Als frei schaffende Künstlerin hat sie die Freiheit, die Stücke auszusuchen nach dem, was ihrer Stimme liegt. "Das ist ein großer Luxus, wenn es auch schwierig ist, die Liederabende am Markt unterzubringen."

17 Kinder studieren derzeit Gospels ein

Die "Bäraspatzen" sind äußerst interessiert und begeistert. Der erste große Auftritt ist beim Benefizkonzert am 11. März. Derzeit sind es 17 Kinder, die als Repertoire Gospel – auch auf Englisch – einstudieren. Dennoch freut sich Stephanie Simon, wenn sich noch mehr Sprösslinge begeistern lassen. Beispielsweise für den Projektchor mit ehemaligen "Bäraspatzen", der das Musical "Coco Superstar" für Kinder von zehn bis 15 Jahren plant. Hochkonzentriert und aufmerksam zeigen sich auch die Mitglieder des Kirchenchors. Langfristig möchte die neue Leiterin mit dem Ensemble auch neue Lieder singen, den Chorklang unter sängerischem Aspekt ausbauen und bei den Sängern ein Bewusstsein für die eigene Stimme entwickeln.

Wenn sie mal nicht singt, schwimmt sie, joggt, kocht am Wochenende aufwändig und liest "sehr gerne" Krimis und Biografien über Musiker und Schauspieler: "Ich habe mich hier gut eingelebt."

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