Nusplingen Im Frühjahr kann es losgehen
(ha), 01.08.2012 10:01 Uhr
Ein grünes Areal mitten im Ort für junge Familien soll auf dem Gelände der ehemaligen Nadelfabrik entstehen Foto: Repro: Hager
Nusplingen - Junges Wohnen im alten Ortskern – diese Idee kommt an bei den Nusplingern, wie die Informationsveranstaltung über die Revitalisierung des ehemaligen Groz-Beckert-Areals im Rathaus gezeigt hat.
In der Hoffnung bestätigt, dass die Revitalisierung der Gewerbefläche und Innenverdichtung größeres Interesse wecken würde, sieht sich Bürgermeister Alfons Kühlwein nach dem Informationsabend, zu dem rund 20 Einwohner von Nusplingen ins Rathaus gekommen sind. Dort erläuterte Kühlwein das Sanierungsgebiet und den Bebauungsplan Alte Nadelfabrik Groz-Beckert sowie das Ziel der Gemeinde, junges Wohnen im alten Ortskern mit modernem Charakter zu ermöglichen – Letzteres könne wohl erreicht werden.
Der Gemeinderat hatte in seiner jüngsten Sitzung die Aufstellung des entsprechenden Bebauungsplans beschlossen, ebenso wie den Erlass der Sanierungssatzung und die Mustervereinbarung mit Privaten über Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen. Details zur Planung und zum Sanierungsgebiet stellte Stadtplanerin Tina Hekeler den Anliegern und Bauinteressenten ausführlich vor.
Demnach haben die steile Topografie und die vorhandene Bebauung das Büro Senner aus Überlingen vor einige Herausforderungen gestellt. Das städtebauliche Konzept sieht für Berg- und Hohenbergstraße eine Aufwertung des öffentlichen Raums ähnlich der Theodor-Groz-Straße mit drei kleinen Platzbereichen, Bepflanzung und der Anlegung von Parkplätzen vor. Der Bebauungsplan legt die Flächen als allgemeines Wohngebiet fest.
Die neuen Gebäude sollen sich dabei in den Bestand einfügen und nicht zu wuchtig für Nachbarn und Betrachter wirken. Daher dürfen diese zur Berg- und Hohenbergstraße nur mit einem Vollgeschoss in Erscheinung treten. Weitere Steuerungselemente sind moderne Dachformen und jeweils unterschiedliche Kniestockhöhen. Dazu hat das Büro ein Geländemodell erarbeitet und mehrere Schnitte gefertigt. Stützmauern dürfen maximal 1,4 Meter hoch werden. Das festgesetzte Maß der baulichen Nutzung und die Grundstücksgröße mit rund 600 Quadratmetern, so die Planerin, ermögliche den Bau großzügiger Einfamilienhäuser mit zwei Wohneinheiten.
Hinzu kommt: Im Umweltbericht tauchen keine nennenswerten zu schützenden Arten in Flora und Fauna auf. Der Plan sieht jedoch Pflanzgebote auf privaten und öffentlichen Flächen vor. Das Niederschlagswasser soll möglichst auf den Bauflächen versickern oder in Retentionszisternen gesammelt werden. Extensiv begrünte Dachflächen sind ebenfalls möglich.
Der Bebauungsplan liegt vom 20. Bis 31. August im Rathaus öffentlich aus, und die Bürger haben Gelegenheit, sich dazu zu äußern. Parallel dazu werden die Träger öffentlicher Belange gehört. Bis zum Frühjahr – bei mildem Winter bis Ende März, bei einem harten Winter voraussichtlich bis Ende Mai – sollen das Betriebsgebäude abgebrochen und die Bauflächen hergerichtet sein. Diese werden dann von Groz-Beckert komplett an die Gemeinde verkauft. Bisher haben sich Interessenten für die Hälfte der zehn Bauplätze bei der Gemeinde gemeldet. Die Plätze werden mit einem Bauzwang von drei Jahren verkauft.



