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Nusplingen Bürgermeister in geistiger Verwirrung

Christoph Holbein, vom 22.02.2012 09:01 Uhr
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»Après – Ski«, »Mini – Maus« und »Platsch – Nass«: Witzig-lustige Narrenrufe waren gestern in »Nuspilo« zu hören beim bunten Fasnetsumzug durch den Ort vorbei am roten Rathaus. Zum Abschluss wurde der Saukögel verurteilt und dann verbrannt. Foto: Holbein
»Après – Ski«, »Mini – Maus« und »Platsch – Nass«: Witzig-lustige Narrenrufe waren gestern in »Nuspilo« zu hören beim bunten Fasnetsumzug durch den Ort vorbei am roten Rathaus. Zum Abschluss wurde der Saukögel verurteilt und dann verbrannt. Foto: Holbein

Nusplingen - Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein, mindestens so viele Zuschauer wie beim Ringtreffen sowie rund 20 phantasievolle Gruppen und Wagen – "besser lässt sich Fasnet nicht feiern": Nusplingens Zunftmeister Richard Braun hatte gestern allen Grund zur Freude.

Der bunte Zug durch die Straßen von Nusplingen war wieder Höhepunkt der närrischen Tage. Angeführt von den gastgebenden Maskenträgern der Narrenzunft "Tannenburg" erfreuten auf dem Steckenpferd reitende Indianer, wilde Cowboys und swingende Nonnen aus "Sister Act" das den Straßenrand dicht säumende Publikum. Blaue Schlümpfe lernten Schwimmen, Glückskäfer krabbelten durch die Gassen und die Sektflaschen von der Alb hatten ein Gläschen perlenden Getränks dabei. Mini-Mäuse, Robin Hood und Heckentaler marschierten mit, und mancher Narr flüchtete sich untern Rettungsschirm.

Typisch für den Fasnetszug durch "Nuspilo" sind die Wagen, diesmal etwa vom Jagdclub aus Wehingen mit einem kleinen Feuerwerk, den Après Schneemännern und – begleitet von einem Clown auf dem Einrad – die Zirkus-Welt aus Obernheim. Dazwischen Hästräger: die Haiberger Bättelplätz aus Heidenstadt, die Boscha Hexen aus Heinstetten, die Deichelmäus aus Unterdigisheim. Besuch gab es auch aus Entenhausen (Hartheim) mit den "Ducke Thales".

Zum bunten Treiben trugen wieder tatkräftig die Nusplinger Vereine bei; für die Musik sorgten der Musikverein und der Fanfarenzug. Den Schluss des Zuges bildete traditionell der Saukögel mit dem hohen Gericht. Das hatte bei der Verhandlung auf dem roten Platz von Nuspilo keine Gnade mit dem Missetäter und verurteilte ihn wegen seiner "diabolischen Grausamkeiten" zum Tod durch Verbrennen, nicht ohne ihm vorher die Fahrtkosten zu erstatten. So hatte der Unhold als eine Straftat Nusplingens Bürgermeister in Geistesverwirrung versetzt. Dafür musste der Saukögel auf den Scheiterhaufen, und das Volk ließ anschließend die Fasnet in den Gaststätten und in der vom Schachclub bewirteten Festhalle ausklingen.

Mit einem gut beschickten und zahlreich besuchten Krämermarkt hatte der närrische Tag begonnen. Zunftmeister Braun war denn auch "sehr zufrieden": "Es ist nichts passiert, und wir hatten eine ganz saubere Fasnet ohne besondere Vorkommnisse und irgendwelche Auswüchse."

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