Nusplingen (ha). Drei Monate nach dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan "Alte Nadelfabrik" hat der Gemeinderat das Abwägen der Verwaltung zu den Stellungnahmen der Öffentlichkeit gebilligt und den Plan beschlossen. Bürgermeister Alfons Kühlwein sprach von einer wichtigen Weichenstellung.

Der Sitzung vorausgegangen waren zahlreiche Besprechungen und Ortstermine, bei denen es galt, Bedenken öffentlicher Träger und Behörden ausräumen. Kühlwein zeigte sich im Nachhinein doch überrascht, ja frustriert über den Umfang dieser Bedenken einzelner – immerhin handle es sich um ein kleineres innerörtliches Wohngebiet. Die einvernehmlichen Lösungen, die man gefunden habe, würden die Bauplätze nun etwas verteuern.

Die Überlegungen zu den Stellungnahmen stellte Tina Hekeler vom Überlinger Büro Planstatt Senner im Gremium vor. Das Denkmalamt habe zunächst Bedenken gehabt, ob es sich beim Groz-Beckert-Gebäude um ein Kulturdenkmal handelt; die Frage verneinte das Regierungspräsidium am Ende. Dem Abfallwirtschaftsamt musste bestätigt werden, dass beim Ausbau von Berg- und Hohenbergstraße die Regeln der Technik in Sachen Tragfähigkeit berücksichtigt seien. Nicht für Müllfahrzeuge vorgesehen ist eine Wohnstraße, die drei Bauplätzen erschließt; das heißt, dass Müllbehälter an der Hohenbergstraße stehen müssen.

Das Amt für Wasser- und Bodenschutz hatte Bedenken wegen etwaiger Hochwassergefahr geäußert, weil das Oberflächenwasser laut Gutachten nicht versickern kann. Die künftigen Baugrundstücke werden daher im Trennsystem entwässert; zu diesem Zweck wird beim Ausbau der Hohenbergstraße ein neuer Kanal eingelegt, der das Regenwasser über Silcher- und Mörikestraße zur Bära leitet.

Ein Teil der Bauflächen soll später einen Abfluss über Theodor-Groz-Straße und Tellenbach erhalten. Vorerst ist der Anschluss der Regenwasserkanäle an den Mischkanal gestattet. Das Amt für Natur- und Denkmalschutz will einen Eingriff in angeblich hochwertigen Baumbestand ausgeglichen wissen; dafür soll eine Totholzinsel entstehen. Auch die Bedenken und Anregungen der Anlieger sind berücksichtigt und teils noch in die Pläne eingearbeitet worden. Kühlweins Fazit: Die differenzierte und aufwendige Planung im Vorfeld habe sich gelohnt. Der nächste Schritt ist der Abbruch der Industriegebäude. Die Firma Groz-Beckert hat ihn ausgeschrieben; die Arbeiten sollen noch im Spätherbst beginnen.