Nordschwarzwald Wie ist es um die Nahversorgung bestellt?

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In Sachen Nahversorgung, etwa was Lebensmittelgeschäfte angeht, haben die Kommunen nach Meinung der Experten noch Hausaufgaben zu machen. (Symbolfoto) Foto: dpa

Kreis Freudenstadt - Wie ist es um die Nahversorgung in der Region bestellt? Was braucht es, um den Einzelhandel in den Innenstädten zu halten? Und welchen Einfluss hat der Online-Handel auf die Geschäfte vor Ort?

Fragen über Fragen. Die Antworten soll ein Einzelhandelskonzept liefern, das die Imakomm-Akademie, ein Institut für Marketing- und Kommunalentwicklung, im Auftrag des Regionalverbands Nordschwarzwald erstellt hat.

Gedruckt ist das Werk zwar noch nicht, trotzdem gab es für die Mitglieder des Regionalverbands am gestrigen Vormittag eine erste Übersicht über die Ergebnisse: Imakomm-Vertreter Matthias Prüller preschte durch das Zahlendickicht, umriss Erhebungsmethodik, Analyse- und Prognoseergebnisse.

In der Quintessenz steht die Region gar nicht mal so schlecht da, wie Verbandsdirektor Dirk Büscher zufrieden feststellte. Was freilich nicht heißt, dass die Kommunen in Sachen Nahversorgung keine Hausaufgaben zu machen hätten. Etwa was Lebensmittelgeschäfte und Drogerien angeht: Da steht der südliche Nordschwarzwald besser da als der Norden, Mittel- und Oberzentren sind besser bestückt als kleinere Gemeinden. Zudem verliert die Region Kaufkraft: Insbesondere die Zentren Stuttgart und Karlsruhe ziehen Kunden aus der umliegenden Region ab. Und auch die vergleichsweise hohen Leerstandsquoten der Innenstädte im Nordschwarzwald geben zu denken.

Prüllers Rezept: das Potenzial von Kleinzentren und zentral gelegenen Gemeinden nutzen, um die Region zu stärken. Denn im Gegensatz zum Gros der größeren und mittelgroßen Städte haben viele Kleinstädte und Gemeinden noch Potenzial, was die Ansiedlung eines neuen Supermarkts oder einer Drogerie angeht. Dabei, so Prüllers Rat, sollten sich die Kommunen auf Flächen im Zentrum konzentrieren. Einzelhandelsansiedlungen auf der grünen Wiese "bluten die Innenstädte weiter aus". Allerdings gelte auch hier: keine Regel ohne Ausnahme. Man müsse immer den individuellen Einzelfall betrachten, so Prüller.

So manchem Gremiumsmitglied war das zu allgemein. Ganz abgesehen davon, dass die in Prüllers Präsentation gezeigten Karten – die beispielsweise das Nord-Süd-Gefälle in Sachen Kaufkraft illustrieren sollten – schlicht nicht lesbar waren. "Ich kann mit ihrem Gemälde da vorne nicht viel anfangen", monierte etwa Günter Bächle (CDU). Wenn schon eine Präsentation, dann doch bitte lesbar, so Bächle. Auch bei anderen Gremiumsmitgliedern warf die Präsentation Fragen auf. Beispielsweise die, was sich die Verbandsspitze eigentlich vom Konzept verspreche. Bislang habe dem Verband die Gesamtschau gefehlt, erläuterte Büscher. Man sei lediglich an einzelnen Projekten beteiligt gewesen.

Nun könne man abschätzen, wie sich das Vorhaben einer Gemeinde auf die umliegenden Kommunen auswirke. Das Einzelhandelskonzept geht nun in Druck. Läuft alles glatt, liegt es den einzelnen Verbandsmitgliedern zu Weihnachten vor. Dann, so Verbandsvorsitzender Jürgen Kurz (CDU), könne sich jeder en Detail einlesen. Die inhaltliche Diskussion über das Konzept steht im kommenden Frühjahr an.

  
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