Niedereschach Gemeinde beauftragt Sicherheitsdienst

Schwarzwälder-Bote, 25.07.2012 00:43 Uhr

Von Albert Bantle

Niedereschach. Immer wieder, meist in der Nacht, kommt es in den Bereichen Kulturfabrik und Wohnanlage Eschach zu Störungen der Nachtruhe, verursacht durch Jugendliche.

Diese jungen Leute sind meist weder in örtlichen Vereinen noch im Jugendclub integriert. Bei der Diskussion zu diesem Thema im Gemeinderat wurde deutlich, dass man nicht allgemein von "den Jugendlichen" reden dürfe. Die große Mehrzahl wisse sich zu benehmen, es seien nur wenige "Störenfriede", die es gelte zur Räson zu bringen. Während Gemeinderätin Frederike Rabus dies lieber mit Hilfe eines von der Gemeinde angestellten pädagogisch ausgebildeten Sozialarbeiters getan hätte, beschloss die Ratsmehrheit nun, die ohnehin im Gewerbegebiet tätige Firma "Securitas" mit Kontrollgängen im betroffenen Bereich zu beauftragen. Die Art der Störungen bestehe laut Hauptamtsleiter Timm Maier, im Wesentlichen im erhöhten Alkoholgenuss und der damit verbundenen Lärmstörung.

Wegen der weiten Entfernung der Polizeidienststellen und deren personellen Unterbesetzung konnten auch diese das Problem nicht einschränken, hieß es im Gemeinderat. Ein Angebot aus Dauchingen zur Beteiligung der Gemeinde Niedereschach an den Kosten eines gemeindlichen Vollzugsbeamten ist nach Auffassung der Verwaltung nicht Zielführend, da der Vollzugsbeamte lediglich während den üblichen Dienstzeiten tagsüber tätig wäre. Auch an den Einsatz von Ehrenamtlichen, die zu zweit regelmäßig die Jugendlichen an ihren Treffpunkten aufsuchen und das Gespräch mit ihnen suchen, wurde gedacht. Es ist jedoch nicht möglich eine ausreichende Anzahl von Freiwilligen zu finden, die eine kontinuierliche Arbeit gewährleisten könnten. Hier widersprach Frederike den Angaben der Verwaltung. Man hätte hier offensiver um entsprechende Bürger werben müssen. Sie selbst hätte sich da auch eingebracht, wenn sie gewusst hätte, dass jemand gesucht wird. Der Vorschlag der Verwaltung, die Securitas GmbH zu beauftragen, die Wohnanlage Eschach und die Kulturfabrik regelmäßig zu besuchen, fand mit Ausnahme von Frederike Rabus die Zustimmung der Gemeinderäte. Seit dem Einsatz der Firma im Bereich der Schule, wurden dort keine Einbrüche und Diebstähle oder Sachbeschädigungen mehr festgestellt.

Frederike Rabus kritisierte, dass es nicht ausreiche, die Jugendlichen einfach zu vertreiben, man müsse ihnen einen Platz geben, wo sie sich treffen können. Es sei traurig, dass die Gemeinde seit zwei Jahren nicht in der Lage sei, Jugendlichen einen geeigneten Platz zuzuweisen. Im künftigen Gewerbegebiet "Zwischen den Wegen" soll nun, so Ragg, in Zusammenarbeit mit einem angrenzenden Firmenbesitzer ein solcher Platz hergerichtet werden. Im übrigen wolle niemand die Jugendlichen aus der Ortsmitte vertreiben, sondern nur erreichen, dass sich diese benehmen und an bestimmte Regeln halten, so Bürgermeister Ragg.

Es gehe einfach nicht, dass beispielsweise durch Glasscherben auf dem Spielplatz bei der Kulturfabrik kleinere Kinder gefährdet werden oder Flaschen und Steine an Hauswände geworfen werden. "Wenn die sich benehmen, will keiner was", meinten die Gemeinderäte Günther Herbst und Michael Asal. "Keiner hat was gegen Jugendliche, die sich „normal verhalten". Es gehe nur um ein paar Einzelne, so Asal.

 
 
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