Niedereschach Delfintherapie in der Türkei hat gut angeschlagen

Schwarzwälder-Bote, 07.08.2012 01:05 Uhr

Von Albert Bantle

Niedereschach. Gut angeschlagen hat bei der schwer behinderten vierjährigen Lena Maier aus Niedereschach die Delfintherapie, der sie sich über Pfingsten in Belek in der Türkei unterzogen hat. Wunder konnte man keine erwarten, doch eines ist nach über zwei Monaten klar: die Therapie hat geholfen, und Lena hat Fortschritte gemacht. Seit das Mädchen mit ihren Eltern in Belek war, hatte es keinen einzigen der gefürchteten epileptischen Anfälle mehr gegeben.

Nur acht Tage bevor die Therapie begann, musste Lena nach einer schweren Attacke wieder einmal in die Klinik gebracht werden. Und auch sonst ist das Kind seit der Therapie sehr viel lockerer und entspannter. Knapp 10 000 Euro hat die Therapie gekostet, die nur durch Spenden von Freunden, Verwandten, Bekannten, Firmen, der Frauengemeinschaft Niedereschach, den Feuerwehrfrauen Niedereschach, einer Kirchengemeinde aus Villingen, der Peter-Maffay-Aktion Drachenkinder, der Weihnachtsaktion der Eschach-Apotheke in Niedereschach und vielen anderen überhaupt möglich wurde.

Ergänzt wurde die Therapie in Belek durch eine zusätzliche und ganz spezielle Krankengymnastik, bei der auch eine sogenannte "Galileo-Liege" eingesetzt wurde. Darauf wurde das Kind gelegt und sein Körper behutsam bewegt. Die Eltern haben festgestellt, dass diese Spezialliege Lena ebenfalls sehr gut getan und zu ihrer Entspannung beigetragen habe.

Nun hoffen die Eltern Markus und Melanie Maier, dass ihr Kind nach der Delfintherapie möglichst lange oder sogar für immer von epileptischen Anfällen verschont bleibt. Den Menschen, die gespendet und mit Lena und ihren Eltern gehofft haben, dass die Therapie anschlägt, will die Familie Maier noch in diesem Jahr die Gelegenheit geben, sich im Rahmen eines Vortrags, den einer der Therapeuten aus Belek halten wird, die Möglichkeit geben, sich ausführlich über die durchgeführte Delfintherapie zu informieren. Der genaue Termin steht noch nicht fest.

Startschuss für eine weitere Benefizaktion

Eventuell soll dieser Vortrag auch der Startschuss für eine weitere Benefizaktion für Lena werden, entweder um ihr eine weitere Delfintherapie zu ermöglichen oder ihr eine "Galileo-Liege", die ebenfalls einige tausend Euro kostet, zu beschaffen.

Wie bereits berichtet, kam Lena Maier als Folge einer während der Schwangerschaft aufgetretenen Toxoplasma-Infektion schwerstbehindert zur Welt. Unter anderem ist das Mädchen blind, kann nicht sprechen und litt bisher immer wieder an epileptischen Anfällen unterschiedlicher Stärke. Eine Toxoplasmose wird verursacht durch den mikroskopisch kleinen kugelförmigen Parasiten Toxoplasma gondii. Toxoplasmose tritt weltweit auf und ist neben dem Menschen besonders auch bei Katzen, Großkatzen, anderen Säugetieren und Vögeln verbreitet.

Die Eltern leisten, unterstützt von vielen Seiten und Einrichtungen, bei der Betreuung von Lena ein enormes Pensum und versuchen alles, was ihrem Kind helfen könnte. Das größte Problem waren bisher die epileptischen Anfälle. In diesem Zusammenhang sind die Eltern auf die Delfintherapie gestoßen, mit der anerkannt große Erfolge gerade bei Epileptikern erzielt werden. Die Kosten einer Delfintherapie werden von den Krankenkassen nicht übernommen.

Nachdem Melanie Maier aus der Betreuungsgruppe ihrer Tochter einen schwer behinderten Jungen kennengelernt hatte, der seit der Delfintherapie keine epileptischen Anfälle mehr erlitt, trug sie sich mit dem Gedanken, auch Lena eine solche Therapie zukommen zu lassen. Im Wissen darum, dass damit nicht unbedingt Wunder bewirkt, aber Erleichterung geschaffen werden kann, fand sie statt. Das kranke Kind erhält derzeit auch therapeutische Reitstunden, die ihr sehr gut tun.

 
 
Kommentare (1)
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AUG
07
Ahmet, 02:32 Uhr

Tut mir richtig leid

Das Kind tut mir richtig leid, fühle mich momentan sehr traurig und gerührt von dieser Geschichte. Hoffe es wird alles doch noch enigermassen gut und dem Kind geht es gut :'(